Unvergleichliches Nachschlagewerk

Vierter Band des „Pfälzischen Klosterlexikons“ erschienen

Freuen sich mit dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder (Siebter von links) über den vierten Band des „Pfälzischen Klosterlexikons“: die Autoren, Mitarbeiter und Herausgeber

Freuen sich mit dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder (Siebter von links) über den vierten Band des „Pfälzischen Klosterlexikons“: die Autoren, Mitarbeiter und Herausgeber

Sportlich sollte man sein, wenn man die gewichtigen Bände des „Pfälzischen Klosterlexikons“ zur Hand nimmt und lesen möchte. Im Schnitt haben die Bücher rund 700 Seiten und wiegen bis zu drei Kilogramm. Wissen, das scheinbar schwer daherkommt, aber inhaltlich leicht zugänglich ist. Der neue vierte Band bringt es nun sogar mit seinen stattlichen 788 Seiten auf 3,6 Kilogramm. Daher sei er auch, nach Aussage des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder, als  Bettlektüre weniger geeignet. „Schon die ersten, äußerst umfangreichen drei Bänden des ‚Klosterlexikons‘ machen deutlich, dass die Pfalz nicht nur ein Burgenland ist, sondern zu den ausgesprochenen Klosterlandschaften zählt“, resümiert Wieder bei der Buchvorstellung in Speyer. „Es geht dabei um nichts geringeres, als die Dokumentation eines wichtigen Teils pfälzischer Geschichte.“ Band vier des „Klosterlexikons“ sei insofern besonders, da er nur den Buchstaben „S“ behandle, was mit der Stadt Speyer zu tun habe. Nur acht der 45 vorgestellten Klöster befinden sich nicht in Speyer. Nach dem Erfolg des mehrbändigen „Pfälzischen Burgenlexikons“ habe der Bezirkstag Pfalz 2009 den damaligen Projektleiter Jürgen Keddigkeit vom Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde mit der Aufgabe betraut, ein Nachschlagewerk auch für die Klöster der Pfalz zu erarbeiten. Gemeinsam mit vier Herausgebern und einer Vielzahl von Autoren sei ein Werk entstanden, das eine Lücke in der Landesgeschichte schließe. Theo Wieder dankte allen Förderern sowie den Herausgebern, Autoren und Mitarbeitern des Projekts. Den fünften und letzten Band des „Pfälzischen Klosterlexikons“ kündigte er für das kommende Frühjahr an.

Clemens G. Schnell, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz, die die Veranstaltung unterstützte, erläuterte die historische Lage des Grundstücks, auf dem das Gebäude der Sparkasse steht: Vor 750 Jahren befand sich hier ein Augustinerkloster, wobei nur noch der restaurierte Kreuzgang vorhanden sei. Institutsdirektorin Dr. Sabine Klapp wies nochmals darauf hin, dass es sich bei dem vierten Band des „Pfälzischen Klosterlexikons“ um ein großartiges Gemeinschaftswerk des Instituts für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg und des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde handle. Grundlage für den Erfolg des Projekts sei gerade die intensive Archivarbeit der Autoren, die „die neusten Forschungsergebnisse einfließen ließ.“ Sabine Klapp bedankte sich beim Bezirksverband Pfalz, beim Initiator und Herausgeber Jürgen Keddigkeit, den Mitherausgebern Prof. Dr. Hans Ammerich und Dr. Lenelotte Möller sowie Prof. Dr. Matthias Untermann und Charlotte Lagemann vom Institut für Europäische Kunstgeschichte der Universität Heidelberg, bei den 27 Autoren und Mitarbeitern „für ihre ausgezeichnete Arbeit“. Privatdozentin Dr. Christine Kleinjung, ausgewiesene Kennerin der südwestdeutschen Ordens- und Klostergeschichte beleuchtete in ihrem Festvortrag die „Religiösen Frauengemeinschaften am Oberrhein im Mittelalter“. Werner Schineller, Vorsitzender des Historischen Vereins der Pfalz, stellte den Band in gewohnt kompetenter und unterhaltsamer Weise vor, der für 42,80 Euro im Buchhandel sowie über den Online-Buchshop des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde (www.shop.pfalzgeschichte.de) erhältlich ist.