Variantenreiche Werkschau „Sie sind hier“

Ausstellung von Heike Kati Barath im Museum Pfalzgalerie

Bizarr: Öl-Lack-Werk von Heike Kati Barath aus dem Jahr 2009 (Foto: Werner Hannappl

Bizarr: Öl-Lack-Werk von Heike Kati Barath aus dem Jahr 2009 (Foto: Werner Hannappl

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (MPK) zeigt unter dem Titel „Sie sind hier“ vom 21. Mai bis 21. August großformatige Malerei, bizarre Plastiken, düstere Aquarelle und sensible Bleistiftzeichnungen der Berliner Künstlerin Heike Kati Barath in einer variantenreichen, großen Werkschau. Mit Ölfarbe, Lack, Lackspray und Fugendichter bannt sie Jungen und Mädchen, Hasen, Geister und Dämonen auf riesige Leinwände oder modelliert sie mit Bauschaum und kleidet sie mit Kapuzen-Shirts ein. Von grell bunt bis rabenschwarz reicht ihre Farbpalette, die zugleich spielerisch und virtuos eingesetzt, einen weiten Assoziationsraum öffnet. Das Porträt, jüngst auch ohne Physiognomie, steht im Mittelpunkt der künstlerischen Auseinandersetzung. Ein besonderes Interesse der Künstlerin gilt dem menschlichen Verhalten, den Gebärden, den Körperhaltungen und dem Mienenspiel. Beobachtungen im Alltag inspirieren sie ebenso wie literarische und filmische Stoffe, wobei Science-Fiction, Fantasy, Thriller, Märchen und Horrorfilm zu ihren bevorzugten Genres gehören.

Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, 20. Mai, um 19 Uhr ist die Künstlerin anwesend. Es sprechen Museumsdirektorin Dr. Britta E. Buhlmann, und Ausstellungskuratorin Dr. Annette Reich. Das Schmitto Kling Ensemble „Hot Club de Zigan“ übernimmt die musikalische Gestaltung des Abends. Während der Eröffnung gibt es für Kinder ab sechs Jahren ein pädagogisches Programm mit Trude E. Deubig.

Heike Kati Barath besitzt ein ausgeprägtes Gespür für Absurditäten und eröffnet mit ihren Werken eine Welt zwischen hintergründiger Komik und blutiger Brutalität. Makaber, monströs, schauderhaft und humorvoll-ironisch präsentieren sich ihre Bilder, die sehr unterschiedliche Gefühlsregungen wie Zorn, Gewaltbereitschaft, Verletzung, Scham und Hilflosigkeit drastisch vor Augen führen. Eine spannungsvolle Balance zwischen Identität und Nicht-Identität, Vertrautheit und Fremdheit ruft Neugierde, Erstaunen, Schauder hervor und wirft Fragen auf. Die Werke Baraths fordern eine persönliche Stellungnahme. Der Betrachter sieht sich unausweichlich mit einem Gegenüber konfrontiert, dessen mentale Angriffshaltung eine Auseinandersetzung provoziert und das fragt: Ich oder Du?

Ergänzend zu diesem Projekt zeigt das MPK ab 24. Mai im ersten Obergeschoss die Ausstellung „Das Selbst im Kopf“ mit Bildnissen des 20. und 21. Jahrhunderts aus eigenen Beständen, in der auch Heike Kati Barath mit markanten Werken vertreten ist.

Geboren 1966 in Vaihingen an der Enz, lebt und arbeitet Heike Kati Barath heute in Berlin. Von 1990 bis 1991 studierte sie an der Koninklijke Academie voor Schone Kunsten in Gent und von 1992 bis 1998 an der Kunstakademie Münster bei Rainer Barzen, Ingrid Roscheck und Ulrich Erben. 1999 erhielt sie ein Arbeitsstipendium des Landes Nordrhein-Westfalen auf Schloss Ringenberg in Hamminkeln, ein Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds in Bonn und das Friedrich-Vordemberge-Stipendium der Stadt Köln. 2005 wurde ihr der Raimund Lehmkul-Förderpreis des Rotary-Clubs Köln-Ville zuerkannt. Seit 2008 ist Heike Kati Barath Lehrbeauftragte an der Kunstakademie Münster.

Zur Ausstellung erscheint ein 64-seitiger Katalog mit dem Titel „Sie sind hier – Heike Kati Barath“ (ISBN 978-3-89422-172-0) mit einer von der Künstlerin entworfenen Originaldruckgraphik als Umschlag zum Preis von 17 Euro. 50 nummerierte und von Heike Kati Barath signierte Exemplare erscheinen als Sonderausgabe zum Stückpreis von 20 Euro. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntagsvon 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.pfalzgalerie.de.