Vier Nominierungen für Medienpreis Pfalz

Preisträger wird bei Pfalzpreis-Gala bekannt gegeben

Spannend: Der oder die Gewinner des Medienpreises des Bezirksverbands Pfalz bleiben bis zur Pfalzpreis-Gala geheim

Spannend: Der oder die Gewinner des Medienpreises des Bezirksverbands Pfalz bleiben bis zur Pfalzpreis-Gala geheim

Für die Vergabe des Medienpreises Pfalz hat sich eine mit Fachleuten besetzte Jury für vier Nominierungen ausgesprochen. Die Fotografen Dr. Jörg Heieck und Bernhard Kunz, das „Rheinpfalz“-Duo Rolf Schlicher und Gabi Himmer sowie der „Hiwwe wie Driwwe“-Herausgeber Dr. Michael Werner sind in die enge Wahl für den mit 10.000 Euro dotierten Preis des Bezirksverbands Pfalz gekommen. Der beziehungsweise die Preisträger werden im Rahmen einer öffentlichen Pfalzpreis-Gala am Samstag, 17. November, um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern bekannt gegeben.

Jörg Heieck, promovierter Diplom-Physiker aus Kaiserslautern, hat sich als Fotokünstler und dokumentarischer Fotograf einen Namen gemacht und wurde schon mehrfach ausgezeichnet. Seit Jahren beschäftigt er sich in seinen Arbeiten immer wieder mit dem Thema „Heimat“; als erster Bildband hierzu erschien 1993 „Himmelreich. Bilder aus der Pfalz“. 2006 widmete das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk) Jörg Heiecks Landschaftsfotografien eine Ausstellung, zu der der Katalog „Lauterland“ erschien. Als weitere Bildbände folgten unter anderem 2008 „Ludwigshafen am Rhein“, 2010 „Kaiserslautern. Ansichten“ und in diesem Jahr der Ausstellungskatalog „150 Jahre Pfaff – von Kaiserslautern in die Welt“. Heieck, der auch zahlreiche Arbeiten als Reisefotograf vorlegen kann, wurde 1950 in Münster geboren. Er wuchs in der Pfalz auf und kehrte nach Jahren in der Fremde bewusst wieder hierher zurück.

Bernhard Kunz, 1948 in Kandel geboren, gehört zu den renommierten Fotografen der Pfalz, der insbesondere für seine Sportfotografie bekannt ist, sich aber auch auf dem Gebiet der Industrie- und Landschaftsfotografie betätigt. Er wurde mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen geehrt, darunter vom Verband der deutschen sowie dem Weltverband der Sportpresse und vom Internationalen Olympischen Komitee; 1990 erregte er mit dem „Sportfoto des Jahres“ Aufsehen, das beim Radrennen in Dannstadt entstand. Den Breitensport dokumentiert er ebenso wie den Spitzensport in der Pfalz. Für den 1. FCK liefert er die Bilder für dessen Internetseite und die Stadionzeitung; auch war er an dem Buch „Mit Herzblut zurück. Die Aufstiegssaison des 1. FCK 2009/10“ beteiligt, das 2010 erschien. In der Sparte Industriefotografie arbeitet er häufig für die BASF, aber auch für andere pfälzische Firmen. Er betreibt in Mutterstadt eine Fotoagentur und ist fast täglich für die „Rheinpfalz“ im Einsatz. Beide Fotografen, Kunz und Heieck, haben 2008 zusammen mit Bjørn Kray Iversen die Fotos zu dem opulenten Werk „Die Pfalz. Farben – Momente – Landschaften“ geliefert.

Der „Rheinpfalz“-Redakteur Rolf Schlicher hat unter dem Titel „Die schönsten Picknickplätze der Pfalz“ neun kulinarische Ausflugsreportagen geschrieben, die zwischen 2010 und 2012 pfalzweit in der pfälzischen Tageszeitung erschienen sind; die Architektin Gabi Himmer lieferte hierfür die Fotos. Beide wurden in Kaiserslautern 1955 beziehungsweise 1957 geboren und leben in Neustadt, beide beschäftigen sich beruflich mit der Pfalz, mit ihren Menschen, Bauten und Gefühlswelten. Die Serie vermittelt Landschaften und Lebensart der Pfalz auf eine ganz eigene, sehr individuelle Art und erzählt ideenreich die Geschichte und Geschichten der Orte. Ziel war es, nicht die bekannten Klassiker, wie das Hambacher Schloss und den Ludwigsturm aufzusuchen, sondern Plätze mit Geheimtipp-Charakter ausfindig zu machen. Die porträtierten Orte mit ihrer jeweils besonderen Atmosphäre und nicht die picknickenden Personen sind die wirklichen Hauptakteure der Reportagen.

Der 47-jährige Publizist Michael Werner aus Ober-Olm gibt seit 1997 zweimal im Jahr die pfälzisch-amerikanisch-kanadische Zeitung „Hiwwe wie Driwwe“ in pennsylvaniadeutscher Sprache heraus, die seit 2002 auch im Internet erscheint (www.hiwwe-wie-driwwe.de). Das Organ des Privatarchivs pennsylvaniadeutscher Literatur wendet sich an die Nachfahren südwestdeutscher Auswanderer: So gehen 60 Prozent der 2.000 gedruckten Exemplare in die USA, acht Prozent nach Kanada und zwei Prozent nach Frankreich; 30 Prozent bleiben in der Pfalz. Ziel der Zeitung ist es, verschiedenen Gruppen, in denen noch Mundart gesprochen wird, ein Forum zu bieten und den Kontakt zwischen der Pfalz und einem der wichtigsten Zielgebiete der pfälzischen Auswanderung des 18. und 19. Jahrhunderts mithilfe von journalistischen und literarischen Beiträgen zu pflegen.

Die Jury beschloss, den Nachwuchspreis dieses Mal nicht zu vergeben. Dem Preisgericht unter Vorsitz des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder gehörten der Fotograf Hartmut Frien, der „Rheinpfalz-Chefredakteur Michael Garthe, RPR1-Redaktionsleiter Michael Hasslinger, Gregor Mayer, Leiter der Phoenix-Online- und Videotext-Redaktion, und Beril Yilmam vom Kulturamt der Stadt Mannheim an. Die Nominierten werden bei einer Pfalzpreis-Gala am 17. November um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern vorgestellt. Sodann erfolgt die Bekanntgabe des Preisträgers beziehungsweise der Preisträger. Tanja Hermann und Günther Fingerle vom Pfalztheater moderieren die Feierstunde, deren Abwicklung in Händen von Intendant Urs Häberli liegt; Generalmusikdirektor Uwe Sandner gestaltet mit dem Orchester den Abend musikalisch. Der Eintritt ist frei (Einlass ab 19 Uhr, freie Platzwahl).