Von Kaiserslautern zum Donnersberg

Buchvorstellung in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern

Unberührte Natur: Ernst Fries‘ „Kupferstich vom Donnersberg“ von 1820

Unberührte Natur: Ernst Fries‘ „Kupferstich vom Donnersberg“ von 1820

Fasziniert von der unberührten Natur und Schönheit der Landschaft des Donnersbergs verfasste der deutsche Botaniker und Hochschullehrer Gottlieb Wilhelm Bischoff (1797-1854) im Jahre 1817 ein Reisegedicht von seinem Ausflug zum höchsten Berg der Pfalz. Das mehrgipflige Plateau liegt im Nordpfälzer Bergland zwischen Rockenhausen und Kirchheimbolanden und ist an klaren Tagen weithin sichtbar. Am Mittwoch, 26. Juli, um 19 Uhr – fast auf den Tag genau 200 Jahre nach diesem Ereignis – nehmen Klaus Kremb und Uli Giloi das Publikum mit auf eine literarische Reise zum Donnersberg. Gleichzeitig werden erstmals in einer Biografie die Verdienste des pfälzischen Naturforschers umfassend gewürdigt.  Die Buchpremiere „Reise auf dem Donnersberg, den 27ten Juli 1817“  findet in der Pfalzbibliothek Kaiserslautern, Bismarckstraße 17, statt (Eintritt frei).

„Ich bin eigentlich hierhergekommen / Um Sie einzuladen zu der Fahrt / Die zum Donnersberg wir machen wollen / Wenn das schöne Wetter so beharrt“, so heißt es in der ersten Strophe des Gedichts. Und tatsächlich folgten mehrere junge Kaiserslauterer, Frauen wie Männer, diesem Aufruf. Von der alten Forstmeisterei der Erbförsterfamilie Rettig in der Steinstraße 7 (heute St.-Martins-Platz 7) ging es mit Pferd und Wagen zum Mainzer Tor hinaus, entlang der napoleonischen Kaiserstraße zum höchsten Berg der Pfalz. In Dannenfels übernachtete die Reisegesellschaft, um von dort am nächsten Morgen „frohen Mutes“ den Aufstieg zu beginnen. Allgemein wurde viel gelacht, getanzt und die Unbeschwertheit des Lebens genossen.

Uli Giloi erwarb vor Jahren in einer Heidelberger Auktion aus Bischoffs Nachlass einige Dokumente, unter denen sich eine Abschrift der 813-zeiligen Lyrik befand. Die Original-Handschrift wird in der Heidelberger Universitätsbibliothek aufbewahrt. Der junge Bischoff überliefert hierin, ergänzt durch seine eigenhändigen Zeichnungen, den romantisch-biedermeierlichen Zeitgeist des frühen 19. Jahrhunderts. Doch berühmt wurde Bischoff nicht für sein literarisches Geschick der jungen Jahre. Mit ihm als Professor begann später die große Zeit der botanischen Wissenschaft an der Universität in Heidelberg. Im Jahre 1840 wurde die pfälzische „Pollichia“ gegründet und Prof. Dr. Gottlieb Wilhelm Bischoff zum ersten Vorsitzenden ernannt. Dr. Jürgen Ott (Trippstadt), heutiger Präsident der „Pollichia“, wird  ebenfalls sprechen.