Von Ruanda in die Klinikapotheke Klingenmünster

Stipendiat John Wilson Niyigena für vier Wochen im Einsatz am Pfalzklinikum

Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke (ganz links) begrüßte zusammen mit seinem Team und Vertretern der Klinikapotheke den Stipendiaten John Wilson Niyigena (3. von links).

Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke (ganz links) begrüßte zusammen mit seinem Team und Vertretern der Klinikapotheke den Stipendiaten John Wilson Niyigena (3. von links).

Fester Händedruck, herzliches Lächeln – John Wilson Niyigena ist am Pfalzklinikum angekommen. Der 35-Jährige aus Ruanda möchte in den nächsten vier Wochen als Stipendiat in der Klinikapotheke des Pfalzklinikums Erfahrungen sammeln. Pfalzklinikum-Geschäftsführer Paul Bomke, der Leiter der Klinikapotheke Dr. Werner Kropf, Apothekerin Simone Back und das ganze Team in der Geschäftsführung begrüßten John Wilson Niyigena an seinem ersten Tag. John Wilson Niyigena hat in Ruanda und Kenia studiert und ist Master of Business Administration. Seit mehr als sieben Jahren arbeitet er als Projektmanager beim Rwanda Biomedical Center. Dort ist er unter anderem zuständig für Medizinprodukte und die Versorgung mit Arzneimitteln. Zu seinen Aufgaben gehören Themengebiete wie die Lagerung von Medikamenten und die Überwachung von logistischen Prozessen.

John Wilson Niyigena ist zum ersten Mal in Deutschland „Ich möchte sehen, wie hier Vertrieb und Einkauf von Medikamenten funktionieren und ich möchte Kontakte zu Lieferanten bekommen. Außerdem interessiere ich mich für die Themen Lagerung von Medikamenten, Inventarisierung und Qualitätskontrolle“, so der 35-Jährige. Für die Zeit seines Stipendiums wohnt er in Bad Bergzabern. Er möchte Neues lernen, Networking betreiben und Kontakte knüpfen. „Das ist bei uns sehr gut möglich, denn wir sind in der Klinikapotheke ein kleines Team von sechs Beschäftigten“, sagt Apothekenleiter Dr. Werner Kropf. John Wilson Niyigena bekommt während seines Stipendiums auch Einblicke in andere Standorte des Pfalzklinikums. Unter anderem nimmt er an pharmazeutischen Überprüfungen in den Tageskliniken Rockenhausen und Kaiserslautern teil. Daneben hat der Stipendiat aus Ruanda auch die Gelegenheit, Kollegen und Sehenswürdigkeiten der Pfalz näher kennenzulernen. Geplant sind unter anderem Besuche des Schuhmuseums in Hauenstein, Ausflüge zu den Burgen der Gegend und zum Hambacher Schloss und auch persönliche Kontakte kommen nicht zu kurz.

Nach vier Wochen am Pfalzklinikum zieht John Wilson Niyigena weiter nach Kaiserslautern, wo er bis Ende Oktober als Stipendiat auch in der Apotheke des Westpfalz-Klinikums eingesetzt wird. Im Gegenzug kommt sein Kollege Jean d´Amour Ruhigira für einige Wochen in die Klinikapotheke nach Klingenmünster.

Die beiden Stipendiaten sind im Rahmen der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda in Deutschland. Dabei besuchen junge Führungskräfte Rheinland-Pfalz. Das Programm wird vom Land gefördert, die Organisation icunet betreut die Führungskräfte, die für ihren Aufenthalt ein Stipendium erhalten. Vor ihren Einsätzen in Unternehmen haben die Experten aus Ruanda über icunet eine dreiwöchige kulturelle Orientierung in Deutschland absolviert.

Das Pfalzklinikum hat seit 2016 gute Kontakte in das Partnerland. Es arbeitet mit dem Ndera-Krankenhaus in Kigali, dem größten neuro-psychiatrischen Träger in Ruanda, zusammen. Delegationen aus der Pfalz und Ruanda haben sich gegenseitig besucht und sich über ihre jeweiligen Arbeitsgebiete ausgetauscht. Ab dem Jahr 2017 ist das Pfalzklinikum für drei Jahre Projektpartner des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit in dem von der Else Körner-Fresenius-Stiftung unterstützen Projekt „500 Klinikpartnerschaften“. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau gemeindepsychiatrischer Strukturen sowie der Selbsthilfe, die klinische Arbeit und der Wissensaustausch.