Waldweideprojekt mit Auerochsen ausgezeichnet

Preis der Metropolregion Rhein-Neckar für Biosphärenreservatinitiative in Sankt Martin

Für ihr Beweidungsprojekt geehrt (von links): Timo Glaser

Für ihr Beweidungsprojekt geehrt (von links): Timo Glaser

Über einen Preis der Metropolregion Rhein-Neckar, der mit 13.000 Euro dotiert ist, freuten sich die Partner des Waldeweideprojekts mit Heckrindern im Sankt Martiner Tal: das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen, die Gemeinde Sankt Martin, das Forstamt Haardt, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Südliche Weinstraße sowie Peter Hiery, der die Herde mit neun Tieren vor Ort betreut und sie täglich besucht. Die Heckrinder, die den ausgestorbenen Auerochsen sehr ähnlich sehen, haben die Aufgabe, ein 40 Hektar großes Waldgebiet allmählich in eine halboffene, lichtdurchflutete und attraktive Landschaft umzugestalten. Dadurch wird sich die Vielfalt der dort vorkommenden Flora und Fauna allmählich erhöhen. Der besondere Fokus liegt dabei auf dem lichten Kiefernwald im Projektgebiet, in dem zum ersten Mal eine solche Beweidung erprobt wird und der den Modellcharakter des Projekts unterstreicht.

Die Beweidung läuft seit 2011 und die ganzjährig im Einsatz befindlichen lebenden Rasenmäher verrichten ihre „Arbeit“ zur allgemeinen Zufriedenheit. Aber auch touristisch ist das Projekt bestens in Sankt Martin angekommen. So werden regelmäßig Führungen durch das Gelände angeboten und die am Projektgebiet liegende bewirtschaftete „Grillhütte“ erfreut sich zunehmender Nachfrage nach Auerochsengerichten durch die wachsende Besucherschar.

Dieser integrative Projektansatz, das heißt die Einbindung mehrerer Partner wie auch das Zusammenführen verschiedener Themen (wie zum Beispiel Naturschutz, Tourismus, Umweltbildung, grenzüberschreitender Austausch), führten dazu, dass das Vorhaben bei der Metropoljury punkten konnte. Ziel der Projektpartner ist es nun, auf dem Gelände einen außerschulischen Lernort einzurichten und einen Prospekt zu erstellen, um die Öffentlichkeit zu informieren. Der Preis war im Rahmen des Wettbewerbs zum Thema „Landschaft in Bewegung“ ausgeschrieben, bei dem insgesamt drei Preise à 13.000 Euro sowie drei Anerkennungen à 5.000 Euro in Mannheim vergeben wurden.