„Zeitlos“ – Tier und Mensch in der Kunst

Führungen an den Pfingstfeiertagen im mpk

Beseelt und Unnahbar: Walter Moroders „Würde“ von 2007 
(Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Beseelt und Unnahbar: Walter Moroders „Würde“ von 2007 (Foto: Gunther Balzer, Kaiserslautern, © Walter Moroder)

Winzig klein und extrem groß, wild und gefährlich, schön und lustig, eklig und niedlich, schrecklich, aber auch reizend: Das Tier ist aus der Kunst nicht wegzudenken. Zu einer besonderen Führung zum Thema „Gezähmt oder wild? – Tierdarstellungen in Gemälden“ lädt das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, am Pfingstsonntag, 4. Juni, um 15 Uhr ein. Max Slevogt lässt in seinem Bild „Orang Utan“ die Grenzen zwischen einem Wildtier und einem domestizierten Tier verschwimmen. Der Orang Utan wird von einem Wärter gehalten, dabei führt der Künstler den Betrachter so nahe an den Affen heran, dass ein Gefühl von Nähe entsteht. Auch die Gitterstäbe des Frankfurter Zoos fehlen. Karl Hofer zeigt einen Tiger und dessen tödliche Wildheit in seiner natürlichen Umgebung, dem Urwald. Scheue Wildtiere heimischer Wälder sind in Adolf Heinrich Liers Gemälde „Abend im Walde“ zu sehen. Es gelingt dem Maler Rehe mit der Natur zu verschmelzen. Eine zauberhafte Abendstimmung in Braun- und Rottönen bietet die perfekte Tarnung für die Tiere.

Der Stille des Waldes von Karl Hofer am Sonntag folgt am Pfingstmontag „Figürliches“ in der Ausstellung „nzaul d’auter (irgendwo anders)“ von Walter Moroder. Körperausdruck und Formgebung, Stille und Zeitlosigkeit sind die wesentlichen Merkmale der Kunstobjekte des Südtiroler Bildhauers. Bea Roth erläutert anschaulich in ihrer Führung am Pfingstmontag, 5. Juni, ab 15 Uhr die Auseinandersetzung des Künstlers mit der menschlichen Figur. Scheinbar vertraut und zugleich fremd muten die entrückt wirkenden Figuren von Walter Moroder an. Ihre Präsenz erfüllt den Ort, den sie einnehmen und zugleich verändern. Eine irritierende Atmosphäre entsteht. Nähert er sich, verspürt er jedoch sogleich das Gefühl, ihnen nicht zu nahe treten zu dürfen, da eine eigentümliche, unnahbare Aura sie umgibt. Ihre Körper wirken beseelt. Erwartungsvoll, staunend scheinen sie einer anderen Welt anzu