Aquarelle und Gouachen aus dem Lager Gurs

Arbeiten von Leo Breuer in der Pfalzgalerie

Lageralltag festgehalten: Jacques Breuer vor den Bildern seines Vaters

Leo Breuer war 1940/41 in den südfranzösischen Lagern St. Cyprien und Gurs interniert. Aus Unrat, zerriebenem Ziegel und Schlamm, den es in Gurs reichlich gab, malte er figürliche Aquarelle und Gouachen. Zum Gedenken der Deportation deutscher Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland vor 70 Jahren am 22. Oktober zeigt das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern bis 24. Oktober Werke des Bonner Künstlers (1893 bis 1975). Sie werden erstmals in einer Museumsausstellung präsentiert und dokumentieren in eindrucksvoller Weise den Alltag des Lagerlebens. Die in Graubraun und Ockertönen angelegten Blätter aus Gurs bezeichnete der Künstler selbst vielsagend als „Grauenbilder", in deren Mittelpunkt der von Hoffnungslosigkeit gekennzeichnete Mensch steht. „Die Ausstellung trägt dazu bei, das schwere Erbe an die Kinder und Enkelkinder weiterzutragen, damit so etwas nie mehr passiert", sagte Bezirkstagsvize Günther Eymael bei der Ausstellungseröffnung, bei der Jacques Breuer, der Sohn des Künstlers, anwesend war.

Im Kontrast zu den düsteren Bildern der 40er Jahre präsentiert das Museum des Bezirksverbands Pfalz virtuell kinetische Werke aus Breuers Spätwerk der 70er Jahre. Diese farbenfrohen Reliefarbeiten beziehen den Betrachter mit ein. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet.