Auf den Spuren der Frankenthaler Juden

Rahmenprogramm zur Anne Frank-Ausstellung in Ludwigshafen

Zeugnis jüdischen Lebens in Frankenthal: ältester Grabstein von 1826

Beim Rahmenprogramm der Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“, die vom 6. bis 28. Mai in der Aula des Theodor-Heuss-Gymnasiums und der Anne-Frank-Realschule plus in Ludwigshafen, Freiastraße 10, zu sehen ist, kann man sich in Frankenthal auch auf Spurensuche der jüdischen Bevölkerung begeben. Noch bis 25. Mai ist im Frankenthaler Landgericht, Bahnhofstraße 33, die Ausstellung „Anwalt ohne Recht – Schicksale jüdischer Anwälte in Deutschland nach 1933“ montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr zu sehen. Sie dokumentiert die diskriminierenden Maßnahmen der von NS-Verfolgung betroffenen Anwälte und Anwältinnen. Am Sonntag, 5. Mai, gibt es drei unterschiedliche Führungen. Um 11 Uhr geht es mit Rüdiger Stein zu Stolpersteinen (Treffpunkt: Zwölf-Apostel-Kirche, Carl-Theodor-Straße); insgesamt wurden in Frankenthal bislang 80 Stolpersteine verlegt. Um 15 Uhr beschäftigt sich Werner Schäfer mit den jüdischen Friedhöfen (Trauerhalle des städtischen Friedhofs, Eingang: Wormser Straße). 1820 erwarb die jüdische Gemeinde ein Grundstück, um einen eigenen Friedhof anzulegen, von dem noch 130 Grabsteine erhalten sind. Um 17 Uhr steht eine Führung zum Thema „Juden in der Innenstadt“ auf dem Programm (Gedenkplatz/Spielplatz in der Glockengasse). Die Jüdische Gemeinde wurde 1785 gegründet. Im Jahr 1900 lebten in Frankenthal 371 Juden. 1933 begann die systematische Ausgrenzung der jüdischen Mitbürger; mit der Deportation der 39 verbliebenen Kinder, Frauen und Männer endete die Geschichte der Gemeinde. Heute leben wieder rund 50 Menschen jüdischen Glaubens in der Stadt. Der Eintritt zur Ausstellung und zu den drei Führungen ist frei.

Die Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ des Anne Frank Zentrums Berlin ist bei freiem Eintritt in der Aula der beiden Ludwigshafener Schulen montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 15.30 Uhr, am Sonntag, 12. Mai, von 11 bis 18 Uhr und an den übrigen Sonntagen von 11 bis 16 Uhr zugänglich. Jeden Sonntag um 14 Uhr finden kostenlose öffentliche Führungen statt. Gefördert wird das Projekt von der BASF SE, der Versicherungskammer Kulturstiftung, der Sparkasse Vorderpfalz und der Fuchs Schmierstoffe GmbH in Mannheim. Infos unter www.bv-pfalz.de/annefrank.