Baumschnittkurs in Dahn

Projekt „LIFE Biocorridors“ will Streuobstwiesen erhalten

Wertvolle Landschaftsform: Das Projekt „LIFE Biocorricords“ will Streuobstwiesen im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen erhalten, das Foto entstand bei Dahn (Foto: Biosphärenreservat/frei)

Zu einem Baumschnittkurs im Haus des Gastes in der Weißenburgerstraße 17  in Dahn am Samstag, 9. März, von 10 bis 13 Uhr, lädt das Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen ein. Die Teilnahme am Kurs ist frei, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Eigentümer von Obstbäumen oder Streuobstwiesen sind ebenso angesprochen wie alle anderen, die Interesse am Baumschnitt haben.

Nach einer kurzen Begrüßung und einer Vorstellung des EU-Projekts „LIFE Biocorridors“ durch Projekt-Koordinatorin Sabine Hoos geht es zunächst im Filmsaal des Haus des Gastes (unterer Eingang über Brücke) mit einem Vortrag zur Jungbaumpflanzung und Pflege von Altbäumen los.

Anschließend geht es ins Gelände, wo Thomas Lengert, Fachagrarwirt für Baumpflege und Baumsanierung, anhand einer Baumschnittvorführung Pflanzschnitt, Pflegeschnitt sowie Erhaltungsschnitt bei Altbäumen erläutert.

Die Teilnehmer sollten festes Schuhwerk sowie warme und regenfeste Kleidung dabeihaben. Um Anmeldung im Projekt-Büro unter der Telefonnummer 06391 866-9516 beziehungsweise per E-Mail an m.asel@pfaelzerwald.bv-pfalz.de wird gebeten. Die Veranstaltungen werden gefördert von der EU und dem Ministerium für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten (MUEEF) Rheinland-Pfalz.

Das Projekt „LIFE Biocorridors“ fördert den Erhalt von Streuobstwiesen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Die Infoveranstaltung zur Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen soll Menschen, die Verantwortung für ihr Biosphärenreservat übernehmen wollen, eine Hilfestellung beim Erhalt ihrer Streuobstwiesen leisten.

Während der Streuobstanbau im 18. Jahrhundert aufgrund behördlicher Erlasse sowohl im Pfälzerwald als auch am Haardtrand eine Hochphase erlebte, verschwinden heute viele Streuobstbestände infolge von Nutzungsaufgabe, durch Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion oder durch Bebauung in den Ortsrandlagen.

Man geht derzeit von rund 1.000 Hektar Streuobstwiesen mit rund 71.000 Einzelbäumen – davon 54 Prozent Apfelbäume, gefolgt von Kirschen, Birnen und Pflaumen – im Pfälzerwald aus. Ein Großteil der Bestände ist überaltert und teilweise in einem mittelmäßigen bis schlechten Zustand.

Wichtige Akteure im Bereich Streuobst sind die Obst- und Gartenbauvereine, Umweltverbände, Kreisverwaltungen, Biotopbetreuer und Schulen, aber auch die Gemeinden und Flächeneigentümer, die diese für Pflanzen und Tiere wichtigen Lebensräume pflegen und erhalten. Nicht zuletzt tragen die Verbraucher, die regional erzeugten Obstsaft kaufen, maßgeblich zum Erhalt dieser wertvollen Landschaftsform bei. Mehr Informationen unter www.pfaelzerwald.de/projekte/life-biocorridors.