Bezirksverband Pfalz engagiert sich für Gedenkarbeit

Materialsammlung zum Nationalsozialismus erschienen

Vorbereitungstag in der Pfalzakademie Lambrecht: Jugendliche erhalten vor ihrer Fahrt nach Gurs interessante Informationen über die Deportation der pfälzischen Juden

„Gerade weil nicht mehr viele Zeitzeugen leben, ist es um so wichtiger, das Thema in die Schulen zu tragen", sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Vorstellung der Materialsammlung „Die Pfalz im Nationalsozialismus", die der Bezirksverband Pfalz jüngst herausgegeben hat. „Mit wachsendem Abstand zur NS-Zeit geht eine eher sachlich-distanzierte Haltung dem Thema gegenüber einher", fuhr Wieder fort; dies sei eine „problematische, nicht ungefährliche Entwicklung". Daher sollte man dieses dunkle Kapitel der Regionalgeschichte in seiner Bedeutung immer wieder aufrufen. Die 208-seitige Broschüre sei zwar als Unterrichtshilfe für Lehrkräfte konzipiert, stelle aber auch für jeden am Thema Interessierten eine gewinnbringende Lektüre dar. Sie biete zahlreiche Quellentexte, in wichtigen Auszügen abgedruckt, Fragen und entsprechende Antworten sowie eine DVD mit zwei Filmen.

Wieder wies darauf hin, dass auch 2009 wieder Jugendliche auf Einladung des Bezirksverbands Pfalz nach Gurs fahren, wohin die pfälzischen Juden 1940 deportiert wurden. Neben der offiziellen Gedenkfeier auf dem dortigen Deportiertenfriedhof werden die zehn jungen Pfälzerinnen und Pfälzer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren, meist Jugendgruppenbetreuer der evangelischen, katholischen und jüdischen Gemeinde auch das ehemalige Lagergelände besuchen, informierte Wieder. In der Pfalzakademie Lambrecht hätten sie sich bereits auf die Fahrt im April vorbereitet.

„Schließlich wird sich der Bezirksverband Pfalz an der weltweiten Initiative beteiligen, in Auschwitz einen Gedenk- und Versöhnungshügel zu errichten", kündigte Wieder an. Hierfür würden Auszubildende der Steinmetzenabteilung an der Meisterschule für Handwerker in Kaiserslautern einen Gedenkstein gestalten, den er zusammen mit einer Delegation des Bezirksverbands Pfalz im Juli nach Auschwitz bringe. Der Gedenk- und Versöhnungshügel solle die Form eines Kegels haben und 30 Meter hoch sein, der Durchmesser des Hügels werde am Boden 100 Meter und an der Spitze acht Meter betragen.

Die Broschüre „Die Pfalz im Nationalsozialismus“ einschließlich DVD ist gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro in Kaiserslautern in der Pfalzbibliothek, Bismarckstraße 17, sowie im Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Benzinoring 6, erhältlich. Bestellbar ist sie zuzüglich Versandkosten beim Bezirksverband Pfalz, Referat Öffentlichkeitsarbeit, 67653 Kaiserslautern, Telefon 0631 3647-121, Fax 0631 3647-133, info@bv-pfalz.de, www.bv-pfalz.de.