Bezirksverband Pfalz will in neues Trägermodell einsteigen

Lebhafter Austausch über Zukunftskonzept fürs Biosphärenhaus

Soll weiterentwickelt werden: Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn (Foto: Bezirksverband Pfalz)

Der Bezirksverband Pfalz sei grundsätzlich bereit, in ein neues Trägermodell für das Biosphärenhaus in Fischbach bei Dahn zu gehen, um dessen Zukunft zu sichern, sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder bei der Vorstellung des Konzepts. Als möglicher Träger käme zusammen mit dem Landkreis Südwestpfalz, der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland und der Ortsgemeinde Fischbach eine GmbH, ein Verein oder ein Zweckverband in Frage. Das Land werde nicht in die Betriebsträgerstruktur einsteigen, projektbezogene Förderungen, beispielsweise für eine Erneuerung der Ausstellung, seien möglich. Der Bezirksverband Pfalz wolle jährlich 100.000 Euro zum Betrieb hinzuschießen. „Die Menschen müssen neugierig gemacht werden, um hierher zu kommen“, so Wieder. „Schulen sind dabei eine interessante Zielgruppe.“ Nun komme es darauf an, sagte Wieder, was die anderen Partner – der Kreistag, der Verbandsgemeinderat und der Gemeinderat – wollten; hier müssten klare Entscheidungen gefällt werden.

Für Landrätin Dr. Susanne Ganster ist das Biosphärenhaus „ein Leuchtturmprojekt, um den Tourismus im Landkreis voranzubringen“. Der Verbandsgemeinderat sei grundsätzlich bereit, sich an der Trägerschaft zu beteiligen, erklärte Bürgermeister Michael Zwick. Ortsbürgermeister Michael Schreiber bezeichnete das Biosphärenhaus als „Gewinn für die strukturschwache Region“. Die Gemeinde wolle ein Projekt, das sich trage und attraktiv sei. Ein neues Trägermodell, darin waren sich die Partner einig, bedeute eine Risikoverteilung, es biete Mitsprache- und Fördermöglichkeiten sowie finanzielle Vorteile. Die Altlasten von rund zwei Millionen Euro wollte aber niemand übernehmen. An Betriebskosten fallen jährlich rund 350.000 Euro an; vonnöten seien Investitionen in Höhe von rund einer Million Euro, wenn man die Übernachtungskapazitäten erweitern wolle. Der bauliche Zustand des Hauses, das habe ein Gutachten 2019 ergeben, sei gut, da es regelmäßig gewartet werde und jährlich hierfür 50.000 Euro zur Verfügung stünden. Klar hervorgehoben wurde, dass jede Bildungseinrichtung einen Zuschussbedarf habe.

Nach der Vorstellung des Gutachtens entspann sich unter den beteiligten Gremienmitgliedern eine lebhafte Diskussion. Einig war man sich, dass man das Biosphärenhaus, das vor gut 20 Jahren als dezentrales Projekt der Weltausstellung Expo 2000 eröffnet wurde, inhaltlich und wirtschaftlich neu ausrichten müsse. Die extreme Randlage in der Südwestpfalz direkt an der deutsch-französischen Grenze, dies stellt das Konzept heraus, erfordere künftig „ein zielgerichtetes Marketing, vornehmlich an konzeptinteressierte Gruppen (unter anderem Schulen), um höhere Besucherzahlen zu erhalten“. Für Schulklassen könnten die Übernachtungsmöglichkeiten, die momentan nur in der Wappenschmiede vorhanden sind, durch einen Anbau sowie weitere mobile Zeltschlafplätze erweitert werden. Die Ausstellung müsse verstärkt den Bezug zum Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen und die Themen „Baum/Wald/Baumkronen(-forschung)“ verdeutlichen. Da „Tiere immer attraktiv und medientauglich“ seien und es im Umfeld wenig Wildtierangebote gebe, müsse darauf ein weiterer Schwerpunkt gelegt werden. Darüber hinaus sollte man die Barrierefreiheit ausbauen, aber auch ein „Infomobil“ anschaffen, „um auf sich aufmerksam zu machen und den französischen Markt besser bearbeiten zu können“. Eine stärkere Vernetzung mit dem Biosphärenreservat und seinen Partnern, dem Pfalzmuseum für Naturkunde und dem Haus der Nachhaltigkeit, seien sinnvoll.