Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs vor 80 Jahren

Online-Vortrag von Roland Paul mit Live-Übertragung

Erforscht seit Jahrzehnten das Schicksal der pfälzischen Jüdinnen und Juden: Roland Paul (Foto: Bezirksverband Pfalz)

„Die Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs vor 80 Jahren und das Schicksal der Deportierten aus der Pfalz“ stehen im Mittelpunkt des Online-Vortrags von Roland Paul am Mittwoch, 21. April, um 19 Uhr, der per Livestream aus der Pfalzbibliothek auf dem YouTube-Kanal des Bezirksverbands Pfalz (BVPfalz) übertragen wird. Seit vielen Jahren erforscht der ehemalige Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde und ehrenamtliche Leiter der Arbeitsstelle „Geschichte der Juden in der Pfalz“ des Bezirksverbands Pfalz dieses Thema. Am 22. Oktober 1940 wurden in einer Nacht- und Nebelaktion auf Weisung des Gauleiters Bürckel 824 jüdische Männer, Frauen und Kinder festgenommen und zusammen mit rund 5.200 badischen und saarländischen Juden in das in Südfrankreich gelegene Lager deportiert. Roland Paul informiert über diese Verschleppung, die katastrophalen Zustände in Gurs und das Schicksal der Inhaftierten, von denen die meisten ab 1942 nach Auschwitz kamen und dort ermordet wurden. Ein Flyer mit den Veranstaltungen des Bezirksverbands Pfalz zur Gurs-Ausstellung ist auf der Website www.bv-pfalz.de/gedenken-erinnern/80-jahre-gurs/ abrufbar.

Die Ausstellung „Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“ im Historischen Museum der Pfalz in Speyer wurde von der Berliner Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz erarbeitet und beleuchtet dieses düstere Kapitel der Geschichte in deutscher und französischer Sprache auf 28 Tafeln aus verschiedenen Perspektiven und zu fünf Themenschwerpunkten. Ergänzt wurde die Schau um neun regionale Tafeln, die Roland Paul und Ulrich Burkhart, Archivar des Bezirksverbands Pfalz, zusammengestellt haben.