Der Pfälzerwald in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Fachtagung des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Johanniskreuz

Einzigartige Natur- und Kulturlandschaft: der Pfälzerwald, vom Luitpoldturm beim Hermersberghof aus betrachtet

„Der Pfälzerwald in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Kulturlandschaft im Wandel“ heißt eine Fachtagung am 8./9. Juni, zu dem das Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kooperation mit dem Biosphärenreservat Pfälzerwald und Landesforsten Rheinland-Pfalz ins Haus der Nachhaltigkeit in Johanniskreuz bei Trippstadt einladen. Dabei geht es unter anderem darum, was der Mensch mit dem Wald und der Wald mit dem Menschen macht und wie es um den Pfälzerwald im Spannungsfeld zwischen Natur- und Kulturlandschaft steht. Die Referenten geben auch Antworten darauf, ob der Wald vor 150 Jahren „unberührt“ war und wie „natürlich“ er heute ist und inwiefern man noch vom Mythos „Deutscher Wald“ als Sehnsuchtsort und ideologische Projektionsfläche sprechen kann. Die Tagung beleuchtet in Vorträgen und auf zwei Exkursionen den Pfälzerwald als soziokulturelle, wirtschaftliche und ökologische Ressource.

Am Freitag, wenn die Redner historische Entwicklungen mit aktuellen Fragestellungen kontrastieren, beginnt die Tagung um 9.30 Uhr und endet gegen 17.15 Uhr; die Kosten hierfür betragen inklusive Getränke, Imbiss und Kuchen 15 Euro pro Person. Nach Grußworten und einem Einführungsvortrag von Dr. Ute Fenkner-Gies (Kaiserslautern) über die „‚Forstlich-charakteristische Skizze‘ von 1843 – erste Beschreibung des Biosphärenreservats?“ beschäftigen sich Prof. Dr. Bernd-Stefan Grewe (Tübingen) und Dr. mult. Dr. habil. Matthias Noack (Berlin) mit der Frage „Wie steht es mit der Zentralressource Wald?“. Sodann geben Dr. Johannes Zechner (Berlin) und Prof. Dr. Ulrich Schraml (Freiburg) Auskunft darüber, was am Mythos „Deutscher Wald“ dran ist. Die Frage „Der Pfälzerwald: Natürlich künstlich?“ beantworten schließlich Prof. Dr. Uwe E. Schmidt (Freiburg) und Dr. Ulrich Matthes (Trippstadt). Als Abendprogramm gibt es im Café Unterhammer im Karlstal bei Trippstadt einen Vortrag über „Den Pfälzerwald – Malerisches Motiv in der Kunst von einst und heute“ mit Dr. Annette Reich vom Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern; zusammen mit einem Sektempfang und einem regionaltypischen Drei-Gänge-Menü betragen die Kosten 25 Euro.

Am Samstag stehen um 9 Uhr eine Führung „Vom Jagdschloss zur Waldforschung“ durch das Trippstadter Schloss mit Hans-Peter Ehrhart sowie zwei Exkursionen zur Auswahl auf dem Programm, die beide um 10 Uhr am Schloss starten. Die erste Exkursion handelt „Von Holzschlittlern und Pottaschsiedern“; die Teilnehmer wandern mit der zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin Gerlinde Pfirrmann und Antje van Look von der Regioakademie zu Woogen, Klausen und Wüstungen im Elmsteiner Tal und besuchen die historische Samenklenge in Elmstein (Ende gegen 15 Uhr). Auf der zweiten Exkursion, die den Titel „Reichswald – Stiftswald – Stadtwald“ trägt, geben Dr. Ute Fenkner-Gies, Leiterin des Forstamts Kaiserslautern, und Hans-Jörg Schweitzer von der Reichswaldgenossenschaft Kaiserslautern Auskunft über die Bedeutung des südlich von Kaiserslautern gelegenen Waldes für die Stadt (Ende gegen 14 Uhr). Die Kosten für eine Exkursion betragen ohne Verpflegung je 13 Euro.

Die Tagung findet aus Anlass mehrerer Jubiläen statt: Vor 175 Jahren, im August 1843, kreierte eine Kommission pfälzisch-bayerischer Forstleute die bis heute offizielle Landschaftsbezeichnung „Pfälzerwald“ in Johanniskreuz, 1958 wurde der Pfälzerwald zum Naturpark erklärt und im vergangenen Jahr konnte das Biosphärenreservat Pfälzerwald schließlich sein 25-jähriges Bestehen feiern. Aus organisatorischen Gründen sollte eine verbindliche Anmeldung zu den jeweiligen Programmpunkten bis zum 25. Mai vorliegen beim Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Telefon 0631 3647-303 oder info@institut.bv-pfalz.de. Ein Faltblatt zur Veranstaltung ist abrufbar unter www.pfaelzerwald.de (dort unter Terminen).