Einfach(e) Frauen

Gespräch zu Kubra Khademi im mpk

Nicht Moses, sondern eine Frau teilt das Meer: Kubra Khademis „Untitled #21“ aus der Serie „Ordinary Women“ von 2020, Gouache auf Papier (Privatsammlung, Nizza, Frankreich, Foto: Bertrand Hugues, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022)

Zur Ausstellung „Kubra Khademi – Political Bodies” bietet Hanna G. Diedrichs genannt Thormann ein Gespräch im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, am Mittwoch, 29. Juni, um 12.30 Uhr an und bringt das Anliegen der Künstlerin auf den Punkt (Eintritt frei). Kubra Khademi, 1989 in Afghanistan geboren, malt alltägliche, intime oder totgeschwiegene Momente weiblicher Lebenssituationen: von der Geburt, über die Monatsblutung und Menopause, Frauen beim Tanz, beim Stuhlgang oder solche im gemeinsamen sexuellen Spiel. Ihre Malereien zeigen mit einfachen Mitteln gestaltete, selbstbewusste Frauenkörper. Viele der dargestellten, oft urmenschlichen Handlungen sind in der öffentlichen Bildsprache selten oder gar nicht präsent. Die Künstlerin holt sie ins Zentrum der Aufmerksamkeit und sieht es als Selbstverständlichkeit, die Geschichten von Frauen aufzuzeichnen und mit ihren Werken Freiraum für sie einzufordern. Damit übt sie Kritik an den Strukturen und setzt sich für Gleichberechtigung ein. So lässt sie etwa in ihrer Werkserie „Ordinary Woman“ (2020) statt Moses eine Frau das Meer teilen und macht aus dem islamischen Propheten Suleiman eine auf dem Teppich fliegende Prophetin. Der Rollentausch lässt deutlich zutage treten, wie selbstverständlich Frauen – historisch wie aktuell – in der zweiten Reihe gedacht werden.