Farbfassungen mittelalterlicher Plastik

Vortrag zur „Klangfarben“-Reihe im mpk

Hochaltar-Figur aus Laubholz in der Nördlinger Pfarrkirche St. Georg: „Klagender Engel“ von Niclaus Gerhaert von Leyden und Werkstatt, Straßburg 1462 (Foto: A. Kusch, Kaiserslautern © mpk)

„Farbfassungen mittelalterlicher Plastik“ heißt der Vortrag am Dienstag, 11. Juni, um 18 Uhr im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1. Zu Gast beim Freundeskreis des mpk in der „Klangfarben“-Reihe ist der Kunsthistoriker Dr. Michael Grandmontagne aus Buhlenberg bei Birkenfeld. Das Museum des Bezirksverbands Pfalz ist eines von drei Museen weltweit, das Holzskulpturen des wohl wichtigsten spätgotischen Bildhauers, Niclaus Gerhaert von Leyden, besitzt. So finden sich in den Werken dieses herausragenden Künstlers, dessen Arbeiten diesmal im Mittelpunkt stehen, alle Varianten der mittelalterlichen Plastik: „fassungslose“, das heißt „farblose“ sowie mehrfarbige Figuren.

Heutzutage werden Räume auf einen Knopfdruck hin hell ausgeleuchtet, im Mittelalter hingegen stand ausschließlich Kerzenlicht zur Verfügung. Welchen Effekt das auf die Wahrnehmung der Figuren hat, kommt im Vortrag ebenso zur Sprache wie die technischen Aspekte, die entscheidend sind, um eine Skulptur farbig zu fassen, und die Frage, welche Rolle der Bildhauer oder der Fassmaler zur Vollendung des Werkes spielt. Das Publikum hat an diesem Abend die Gelegenheit, einen neuen Blick auf die mittelalterliche Plastik anhand zahlreicher zeitgenössischer Bildquellen zu werfen.

In diesem Jahr begleiten Musiker der Emmerich-Smola-Musikschule und der Kreismusikschule die „Klangfarben“-Reihe mit jungen Talenten der Region; so sind am 11. Juni Marco Bertoluzzi (Trompete) und Larissa Olevska (Flügel) zu hören. Der Eintritt beträgt zehn Euro, für Freundeskreis-Mitglieder acht Euro; Schüler und Studenten haben freien Zugang. Die Sonderausstellung „Labyrinth der Farben“, die im Zusammenhang mit der Veranstaltungsreihe steht, kann übrigens noch bis 28. Juli dienstags von 11 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr besucht werden.