Fünf Kandidaten für Pfalzpreis für Literatur nominiert

Preisträger wird bei Pfalzpreis-Gala bekannt gegeben

Pfalzpreis-Auszeichnung: Neben einem Preisgeld erhält der Gewinner eine Trophäe und eine Urkunde

Eine mit Fachleuten besetzte Jury unter Vorsitz des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder hat fünf Autoren für den Pfalzpreis für Literatur nominiert, der mit 10.000 Euro dotiert ist und vom Bezirksverband Pfalz vergeben wird: Andreas Dury, Thomas Lehr, Volker Ludwig, Hasan Özdemir und Gabriele Weingartner. Die Preisträgerin beziehungsweise der Preisträger wird im Rahmen einer öffentlichen Pfalzpreis-Gala am Samstag, 4. September, um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern bekannt gegeben.

Andreas Dury wurde 1961 in Oberbayern geboren und ist in Dahn aufgewachsen. Er studierte Philosophie, Geschichte und Germanistik in Tübingen, München und Berlin und absolvierte eine Ausbildung zum Programmierer. Als Referent in der Erwachsenenbildung, Softwareentwickler, Herausgeber und Autor lebt er seit vielen Jahren in Saarbrücken. Mit seinen Erzählungen und seinem Roman „Schachtelkäfer" (2003) konnte er bereits mehrere Preise, darunter 1999 den Georg-K.-Glaser-Preis, gewinnen.

Thomas Lehr, 1957 in Speyer geboren, erregt mit seinen Romanen und Erzählungen bundesweites Aufsehen und erhielt bereits zahlreiche Literaturpreise, etwa 2002 den Georg-K.-Glaser-Preis; 1995 zeichnete ihn der Bezirksverband Pfalz mit der Fördergabe für Literatur aus. Nach einem Studium der Biochemie in Berlin war er zunächst als Programmierer tätig. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin und hat bislang vier große Romane, darunter „Nabokovs Katze" (1999) und „42" (2005), sowie die Novelle „Frühling" (2001), außerdem einen Roman für Kinder im Aufbau-Verlag Berlin vorgelegt; im Spätsommer erscheint sein Roman „September" im Hanser Verlag München.

Volker Ludwig, 1937 als Eckart Hachfeld in Ludwigshafen geboren, der seit 1953 in Berlin lebt, ist der Erfinder und Begründer des GRIPS-Theaters, dessen Leiter er seit fast 40 Jahren ist. Er hat nicht nur das Kinder- und Jugendtheater in Deutschland geprägt, sondern auch zahlreiche Kurzgeschichten, Satiren, Chansons und Sketche für Funk und Kabarett verfasst. Er schrieb unter anderem für die „Stachelschweine", das Düsseldorfer „Kom(m)ödchen", die „Lach- und Schießgesellschaft", „Scheibenwischer" und für Wolfgang Neussund wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.

Von dem in der Pfalz lebenden Türken Hasan Özdemir, der ausschließlich als deutscher Autor tätig ist, sind etliche Gedichtbände erschienen, beispielsweise „Zur schwarzen Nacht flüstere ich deinen Namen" (1994), „Vogeltreppe zum Tellerrand" und „Windzweig" (beide 2005) sowie „Die sichtbare Stadt" (2009). 2002 erhielt er vom Bezirksverband Pfalz die Fördergabe für Literatur. Der Lyriker wurde 1963 in Anatolien geboren und lebt seit 1979 in Ludwigshafen. Er studierte an der Universität Heidelberg Germanistik, Deutsch als Fremdsprachenphilologie und Philosophie.

Mit ihren Romanen und Erzählungen hat sich Gabriele Weingartner, 1948 in Edenkoben geboren, nicht nur in der Pfalz einen Namen gemacht. Von ihr erschienen unter anderem „Der Schneewittchensarg" (1996), „Bleiweiß" (2000), „Fräulein Schnitzler" (2006) und „Tanzplatz" (2009). Die Kulturjournalistin, Literaturkritikerin und Autorin, mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin und Cambridge(Massachusetts) und lebt seit fast zwei Jahren in der Hauptstadt.

Die Jury beschloss, den mit 5.000 Euro dotierten Nachwuchspreis dieses Mal nicht zu vergeben. Neben Theo Wieder gehörten dem Preisgericht die Autorin Monika Katharina Böss, der Buchhändler Franz-Josef Burkhart, der Buchhändler und Verleger Reinhold Gondrom, Dr. Klaus Haag, Autor und Vorsitzender des Literarischen Vereins der Pfalz, die Diplom-Bibliothekarin Sigrid de Raaf und die Buchhändlerin Madeleine Unger, an.

Die Nominierten werden bei einer öffentlichen Pfalzpreis-Gala am Samstag, 4. September, um 19.30 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern vorgestellt. Sodann erfolgt die Bekanntgabe der Preisträger. Susanne Bieler und Günther Fingerle vom Pfalztheater moderieren die Feierstunde; die musikalische Gestaltung liegt in Händen des Pfalztheater-Orchesters unter Leitung von Uwe Sandner. Der Eintritt ist frei (Einlass ab 19 Uhr, freie Platzwahl).