Form und Farbe

Moderne Keramik aus den Beständen der Pfalzgalerie

Die Pfalzgalerie in Kaiserslautern zeigt im oberen Foyer eine Ausstellung mit Moderner Keramik des 20. Jahrhunderts aus eigenem Bestand. Zu sehen sind 32 Werke von bedeutenden deutschen Keramikern des 20. Jahrhunderts. Darunter Arbeiten von Otto Lindig, Gusso Otto Reuss, Stephan Erdös, Ida Erdös-Meisinger, Karl Hentschel, Wim Mühlendyck, Jan Bontjes van Beek und Richard Bampi. Außerdem einzelne Gefäße der Wiener Töpfer Robert Obsieger und Hertha von Bucher, der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe sowie von Heinrich Klingler aus Landstuhl und Elisabeth Heise aus Otterberg. Eine Besonderheit sind zwei um 1910 entstandene Vasen, die auf Entwürfe des Pfälzer Malers August Croissant zurückgehen.

Die gezeigten Arbeiten geben Einblick in die Entwicklung der modernen Keramik in Deutschland. Seit den 20er Jahren dominierten hier zweckmäßige Gefäße, die aus geometrischen Grundformen wie Kugel, Kegel oder Zylinder entwickelt wurden. Statt Ornamente tritt hier die Farbe in Gestalt von matten und glänzenden Glasuren in den Vordergrund. Sehr viel Wert legten die Keramiker auf eine handwerkliche Fertigung. Oft wurde mit verschiedensten Glasurrezepten experimentiert. So entstanden hauptsächlich künstlerische Einzelstücke und handwerkliche Kleinserien. Vorbild für die moderne Keramik des 20. Jahrhunderts waren Töpferwaren aus China und Japan, vor allem Keramiken der chinesischen Song-Dynastie (960-1279).

Galt in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts das Hauptaugenmerk dem gedrehten, achsensymmetrischen Gefäß, so war es seit Anfang der 50er Jahre vor allem Richard Bampi, der sich um neue Ausdrucksformen bemühte. Er formte asymmetrische, organisch wirkende Gefäße, deren Gebrauchszweck zurücktrat. Künstlerisch wiederentdeckt wurde in den 50er Jahren auch die keramische Plastik, die seit den 20er Jahren als überflüssiger „Nippes“ verpönt gewesen war. Die Pfalzgalerie ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr zu sehen; an Karfreitag bleibt das Museum des Bezirksverbands Pfalz geschlossen und ist am Ostersonntag sowie -montag geöffnet. Die Ausstellung wird voraussichtlich bis 30. April zu sehen sein. Weitere Informationen sind unter www.pfalzgalerie.de abrufbar.