Frauenfußball im Blickpunkt

Zwei Talkrunden mit Zeitzeugen und eine Ausstellung in der Pfalzakademie Lambrecht

"Lasst Sie doch Fußball spielen!" – diese Forderung der Presse in den 50er Jahren, das Frauenfußballverbot aufzuheben und die Frauen endlich spielen zu lassen, gab der Veranstaltungsreihe zum Frauenfußball in der Pfalzakademie in Lambrecht den Titel. Es dauerte noch bis 1970, bis der Deutscher Fußball-Bund (DFB) der Forderung nachkam. Seitdem ist die Geschichte des deutschen Frauenfußballs eine Erfolgsgeschichte. Anlässlich der Weltmeisterschaft 2007 in China lassen die Veranstalter diese durch prominente Zeitzeugen, Filmausschnitte und eine Ausstellung lebendig werden, wenn sie am Freitag, 1. Juni, um 19 Uhr zu einer Talkshow einladen. Dabei ist es dem Sportbund Pfalz, dem südwestdeutschen Fußballverband, der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksverbands Pfalz, Monika Krzyzaniak, sowie der Pfalzakademie gelungen, ehemalige Deutsche Meisterinnen, Spielerinnen der Nationalmannschaft und andere Wegbegleiterinnen des Frauenfußballs zu gewinnen, gemeinsam über Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Frauenfußballs zu diskutieren. So erzählen die Deutschen Meisterinnen Bärbel Petzold, Bärbel Wohlleben, Patricia Brocker sowie die Torhüterin der deutschen Nationalmannschaft, Silke Rottenberg, von ihren Erlebnissen als Spielerinnen. Daneben kommt die ehemalige Trainerin und Managerin des FSV Frankfurt Monika Koch-Emsermann sowie die Abteilungsleiterin für den Frauenfußball beim DFB, Heike Ullrich, zu Wort. Moderiert wird die Talkrunde von Hans E. Lorenz, musikalisch untermalt durch Corina Fickert (Trompete, Gesang) und Jürgen Wüst (Keyboard, Gesang). Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und ist dank der großzügigen Förderung durch Lotto Rheinland-Pfalz kostenfrei.

Mit dieser Auftaktveranstaltung wird auch die Ausstellung "Verlacht, verboten und gefeiert" zu der bewegten Geschichte des Frauenfußballs eröffnet, die von der Volkshochschule Aachen in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung erstellt wurde. Sie zeigt auf hintergründige und unterhaltsame Weise den dornenreichen Weg der Frauen bis zur Fußball-Weltmeisterschaft 2003 auf. Gestaunt werden kann über historische Filmaufnahmen und Fotos sowie über einen Teil der Prämie zur gewonnenen Europameisterschaft der Frauen 1989: ein Kaffeeservice. Der Ausstellungsmacher Eduard Hoffmann wird am 1. Juni einen kurzen geschichtlichen Überblick geben. Die Ausstellung ist dann bis zum 30. Juni zu den Öffnungszeiten der Pfalzakademie, Franz-Hartmann-Straße 9, 67466 Lambrecht (werktags von 9 bis 17 Uhr), geöffnet; auch hier ist der Eintritt frei.

Am Freitag, 24. August, geht es dann ab 19 Uhr um die spannende Frage, ob nur Weltmeisterinnen in die Medien dürfen. Dazu werden Jana Wiske, Redakteurin beim "Kicker", Christine Kamm, die Sportredakteurin der "Rheinpfalz", die direkt von der Fußballweltmeisterschaft aus China berichten wird, sowie Monika Koch-Emsermann, Gründerin des einzigen Frauenfußballmagazins in Deutschland, "FFMagazin", diskutieren. Niels Barnhofer aus der Direktion des DFB wird diese Gesprächsrunde durch seine Erfahrungen bereichern. Auch an diesem Abend werden prominente Zeitzeugen berichten, unter anderem der unvergessene Jupp Derwall, Bundestrainer der Herrennationalmannschaft von 1978 bis 1984, und Bärbel Petzold, erste Deutsche Meisterin 1974 sowie Referentin für Frauenfußball im Südwestdeutschen Fußballverband.