Frühling in der Pfalzgalerie

Kirchners blühende Obstbäume wieder vom Städel zurück

Im Farbenrausch: Ernst Ludwig Kirchners „Frühlingslandschaft“ von 1909

Ernst Ludwig Kirchners „Frühlingslandschaft" ist nach 16 Wochen wieder zurück im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern. Das Gemälde mit blühenden Obstbäumen war an das Städel in Frankfurt ausgeliehen, wo es in der großen Ernst Ludwig Kirchner-Retrospektive präsentiert wurde. Ernst Ludwig Kirchner ist einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus. Er war Mitbegründer der Künstlergemeinschaft „Brücke", eines Zusammenschlusses junger Architekturstudenten, die sich das Ziel gesetzt hatten, jede Form akademischer Malerei hinter sich zu lassen. Kirchners Landschaft entstand im Frühling 1909 in der Umgebung von Dresden. Die blühenden Obstbäume sind lebendig in das Bild komponiert. Ihre Kronen bilden eine unruhige leuchtende Farbfläche. Fast hört man das Rauschen der Blätter. Wie in einem Farbenrausch malte Kirchner dieses Gemälde im Zusammenklang von Grün, Gelb, Violett und Blau. Kaum fallen die Menschen auf, die gebückt unter den Bäumen arbeiten. Sie treten vollkommen zurück hinter der Vitalität der Natur.

Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern freut sich, diese hervorragende Arbeit von 1909, die ehemals zur Sammlung Glaeser gehörte, in eigenem Bestand zu haben. Sie ist wieder am angestammten Platz in der Dauerausstellung zu sehen. Die Leuchtkraft der unvermischt aufgetragenen Farben entfaltet sich neben Werken von Max Pechstein oder Erich Heckel besonders eindrucksvoll. Interessierte sind eingeladen, dies zum Anlass zu nehmen und sich mal wieder oder zum ersten Mal die reich bestückte Sammlung anzusehen und in Farben und Formen älterer und neuerer Kunst zu schwelgen. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet.