Graphische Arbeiten rund um den Pfalzpreis

Leo Breuers Aquarelle und Gouachen aus dem Lager Gurs

Spiegeln den Lageralltag wider: Leo Breuers „Grauenbilder“ (Foto: Archiv J. Breuer

Am Sonntag, 5. September, um 11 Uhr eröffnet das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern gleich zwei Ausstellungen: Eine Auswahl an Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die sich um den Pfalzpreis für Bildende Kunst beworben haben, sowie figürliche Aquarelle und Gouachen, die der Bonner Künstler Leo Breuer 1940/41 in den südfranzösischen Internierungslagern St. Cyprien und Gurs gemalt hat.

Aus den insgesamt 90 Bewerberinnen und Bewerbern, die sich mit 247 Werken um den Pfalzpreis beworben haben, den der Bezirksverband Pfalz in diesem Jahr in der Sparte Graphik/Fotografie/Video/Neue Medien vergibt, hat eine Jury aus Fachleuten 23 Künstlerinnen und Künstler ausgewählt, darunter die für den Preis Nominierten Nicole Ahland, Götz Diergarten, Andrea Esswein, Martin Liebscher und Bettina Müller für den mit 10.000 Euro dotierten Pfalzpreis sowie Eric Cusminus, Sabrina Geckeis, die Brüder Tilman und Severin Schwarz für den mit 5.000 Euro dotierten Nachwuchspreis. Neben ihren Arbeiten präsentiert die Pfalzgalerie bis 17. Oktober diejenigen von Denise Bachfischer, den Schwestern Bernadette und Helga Boebel, Sophie Casado, Boris Eldagsen, Nadine Fecht, Gerhard Fuchs, Jörg Heieck, Ruth Hutter, Klaus Kadel und Corinne Albrecht, Annika Knapp, Hans-Georg Merkel, Erik Schmelz, Lukas Schmenger und Matthias Strugalla. Ein Katalog stellt alle ausgestellten Arbeiten vor. Am Vorabend (4. September, 19.30 Uhr) werden die Pfalz- und Nachwuchspreisträger beziehungsweise -preisträgerinnen im Rahmen einer öffentlichen Gala im Pfalztheater Kaiserslautern bekannt gegeben.

Zum Gedenken des 70. Jahrestages der Deportation deutscher Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs zeigt die Pfalzgalerie bis 24. Oktober Werke von Leo Breuer, der unter anderem in Gurs interniert war. Sie werden erstmals in einer Museumsausstellung präsentiert und dokumentieren in eindrucksvoller Weise den Alltag des Lagerlebens. Die in Graubraun und Ockertönen angelegten Blätter aus Gurs bezeichnete der Künstler selbst vielsagend als „Grauenbilder", in deren Mittelpunkt der von Hoffnungslosigkeit gekennzeichnete Mensch steht. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet.