Graphisches Kabinett in der Pfalzgalerie eröffnet

Picasso und weitere graphische Schätze werden ausgestellt

Feierlicher Moment: (von rechts): beim Durchschneiden des Bandes zum neuen Graphischen Kabinett

„Das ist ein Tag der Freude für den Bezirksverband Pfalz, die Pfalzgalerie, die Marianne und Heinrich Lenhardt-Stiftung sowie alle Kunstfreunde", sagte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder vor einer Vielzahl von Besuchern der Eröffnung des Graphischen Kabinetts in der Pfalzgalerie Kaiserslautern. Fünf Jahre nach der Einweihung der Dauerausstellung im Obergeschoss sei ein weiterer Bauabschnitt der Innensanierung des Museums abgeschlossen. Mit den neuen vollklimatisierten Räumen beginne auch ein neuer Abschnitt des Ausstellungsbetriebs, denn das erste Obergeschoss im Westflügel biete nun gänzlich neue Möglichkeiten. Wieder freute sich, dass nun „die reichhaltigen Schätze der Graphischen Sammlung, die rund 15.000 Blatt beherbergt, in einem nie zuvor gekannten Umfang präsentiert werden können". Er hofft, dass die Kultureinrichtungen der Stadt und der Region noch intensiver zusammenarbeiten und die pfälzischen Städte und Landkreise verstärkt die Pfalzgalerie nutzen. „Wir wünschen uns viele Menschen, die die Kunst entdecken wollen", so Wieder.

Direktorin Dr. Britta E. Buhlmann hat sich zur Eröffnung des Graphischen Kabinetts das „Museum Pfalzgalerie für alle" als Motto und Ziel gesetzt, unter anderem mit einem Gewinnspiel mit attraktiven Preisen. Sie dankte dem Bezirksverband Pfalz als Träger des Hauses für die Durchführung des zwei Millionen Euro teuren Bauprojekts und dem Architekten Mark de Fries aus Kaiserslautern für „die zurückhaltende, gut durchdachte Gestaltung der Räume". Ihr Dank galt auch Ralf Lenhardt, Vorstandsvorsitzender der Marianne und Heinrich Lenhardt-Stiftung, die mit den Ankäufen künstlerischer Originaldruckgraphiken stetig die Sammlung der Pfalzgalerie bereichere.

Dr. Heinz Höfchen, Leiter der Graphischen Sammlung der Pfalzgalerie, führte in die Ausstellungen ein, die nun bis 15. November im erneuerten ersten Obergeschoss des Westflügels sowie im Erdgeschoss gezeigt werden. „Picasso à la fraise" („Picasso mit der Halskrause") bietet bedeutende Picasso-Graphiken: Insgesamt 26 Blatt, darunter mehrere wichtige Arbeiten als Künstlerabzüge, sind großartige Werkbeispiele aus dem immensen druckgraphischen Œuvre des Jahrhundertkünstlers. Herausragende Blätter, wie der Farblinolschitt „Portrait de femme à la fraise" oder der mit Ölkreide überarbeitete Druck „Le peintre et son modèle", zählen zum Bestand. Einige berühmte Exponate kommen aus einer Schenkung des legendären Kunsthändlers Daniel-Henry Kahnweiler. Neben den Picasso-Arbeiten gibt die Schau Einblick in die Sammlung von rund 800 Blättern der Ecole de Paris. Gezeigt werden Meisterwerke vor allem französischer Künstler, unter ihnen Henri Laurens oder Jean Lurçat sowie anderer ausländischer Künstler wie Marc Chagall, Alberto Giacometti, Maurice de Vlaminck oder Wols, die in Paris gearbeitet haben. Darüber hinaus sind die „Erwerbungen der Marianne und Heinrich Lenhardt-Stiftung 2005 bis 2009" zu sehen, die Arbeiten ebenfalls namhafter Künstler präsentiert.

Die Pfalzgalerie in Kaiserslautern ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Zu den Ausstellungen sind umfangreiche Kataloge erschienen. Außerdem gibt es eine Publikation im praktischen Handtaschen-Format, die prägnant und bündig die wichtigsten graphischen Techniken vorstellt. Weitere Informationen unter www.pfalzgalerie.de.