Gurs-Ausstellung macht Station in der Südpfalz

Schau in Bad Bergzabern und Annweiler zu sehen

Unter den zahlreichen Baracken auch eine „Kulturbaracke“: überraschend umfangreiches Kulturleben im Lager Gurs (Foto: Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde)

Noch bis zum 21. Januar ist die Ausstellung „Gurs 1940“ im Gymnasium des Alfred-Grosser-Schulzentrums in Bad Bergzabern, Lessingstraße 24, zu sehen, und zwar werktags von 8 bis 15 Uhr. Die Berliner Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz hat die Schau mit 28 Tafeln in deutscher und französischer Sprache erarbeitet – ergänzt durch neun Stellwände zum Schicksal pfälzischer Jüdinnen und Juden von Roland Paul. Ende des Monats wandert die Ausstellung nach Annweiler und wird dort vom 31. Januar bis 18. Februar im Ratssaal der Verbandsgemeinde, Messplatz 1, montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr und zusätzlich montags von 13.30 bis 18 Uhr und donnerstags von 13.30 bis 16 Uhr gezeigt. Danach gastiert sie in Pirmasens (28. Februar bis 1. April) und Zweibrücken (8. April bis 29. Mai).

„Gurs 1940“ beleuchtet die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden. Sie zeigt den Ablauf der Deportation und das Verhalten der lokalen Bevölkerung, beschreibt die furchtbaren hygienischen Zustände im Lager Gurs anhand von Berichten, Fotos und Zeichnungen der dort internierten Menschen und thematisiert die Zusammenarbeit der Vichy-Regierung und der Nationalsozialisten. Weitere Kapitel widmen sich der Erinnerungskultur und der Aufarbeitung. Die Ausstellung entstand im Auftrag und mit Unterstützung der Bundesländer Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland sowie der Arbeitsgemeinschaft zu Unterhalt und Pflege des Deportiertenfriedhofs in Gurs, in der badische Städte und Gemeinden sowie der Bezirksverband Pfalz zusammengeschlossen sind. Das Projekt, für das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat, wird zudem vom Auswärtigen Amt unterstützt. Die Ausstellung ist von Pfälzer Städten, Gemeinden, Museen und Initiativen kostenfrei beim Bezirksverband Pfalz buchbar (Telefon 0631 3647-166 und a.pfenninger@bv-pfalz.de). Weitere Infos unter https://www.bv-pfalz.de/gedenken-erinnern/80-jahre-gurs/; dort sind auch Videos der Vorträge und des Gesprächskonzerts anlässlich der Ausstellungseröffnung im Historischen Museum der Pfalz in Speyer im Frühjahr 2021 zu sehen.