Hörbehinderte und hörende Kinder lernen gemeinsam

30 Jahre präventive Integration am Frankenthaler Pfalzinstitut

Seit 30 Jahren fördert das Pfalzinstitut für Hörsprachbehinderte (PIH) in Frankenthal hörbehinderte und normal hörende Kinder gemeinsam in der Kindertagesstätte, seit 1992 auch in der Grundschule. Diese so genannte Präventive Integration wurde erprobt, wissenschaftlich begleitet und schließlich von vielen Schulen im deutschsprachigen Raum übernommen und stellt heute einen wichtigen Bestandteil im Alltag einer Hörgeschädigtenschule dar. Das Jubiläum dieses erfolgreichen Modells begeht das PIH am Freitag, 12. September, mit einem besonderen Programm. Der Festtag bietet nämlich um 8 Uhr die Möglichkeit, im integrativen Kindergarten sowie in Integrationsklassen zu hospitieren (Holzhofstraße 21). Dadurch erhalten insbesondere Eltern, deren hörende Kinder zur Einschulung anstehen, die Gelegenheit, sich umfassend über diese Art der Beschulung zu informieren und den integrativen Unterricht mit allen seinen Vorteilen am Pfalzinstitut kennen zu lernen.

Um 10 Uhr findet dann eine Feierstunde in der Mensa des PIH, Meergartenweg 24, mit dem Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder, Staatssekretärin Vera Reiß vom Mainzer Bildungsministerium, Ottmar Miles-Paul, dem Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen, und Dr. Hiltrud Funk, Direktorin des Pfalzinstituts, statt. Dr. Herbert Breiner, der als damaliger Direktor den Modellversuch 1977 erstmals in der Geschichte der Gehörlosenpädagogik im Sonderkindergarten des Pfalzinstituts startete, referiert „Zur Modellfunktion der Präventiven Integration“ und Professor Dr. Gottfried Diller beschäftigt sich mit der Frage „Präventive Integration – und was kommt dann?“. Auch Betroffene kommen zu Wort: So schildern die ehemalige Schülerin Gülcin Al sowie Hergard Schreiner, die ihre Kinder ans PIH geschickt hatte, ihre Erlebnisse.

Seine langjährige Erfahrung dokumentiert das Pfalzinstitut in dem Buch „30 Jahre Präventive Integration“, das Beiträge zu Theorie, Konzeption und Forschung ebenso enthält wie Berichte aus der Praxis von Lehrerinnen und Lehrern, Eltern undehemaligen Schülerinnen und Schülern. Es ist zum Preis von 38 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-941146-00-6).