Malte Spohr zu guter Letzt

Arbeiten des Zeichners auf letztem Ausstellungsrundgang kennenlernen

Außergewöhnlicher Zeichner: Malte Spohr, Berlin 2018 (Foto: Bettina Munk, Berlin)

Am Sonntag, 15. April, um 11 Uhr besteht zum letzten Mal die Möglichkeit, bei einem Rundgang durch die Ausstellung „Aufzeichnungen“ die Zeichnungen von Malte Spohr, die zwischen 1994 und 2018 entstanden, kennenzulernen. Wer will, kann dabei auch mit dem Kurator inhaltliche und konzeptionelle Fragen diskutieren und sich über ästhetische Eindrücke austauschen. Höfchen arbeitet anhand markanter Beispiele die wesentlichen Charakteristika der Stilentwicklung und der künstlerischen Konzepte Spohrs heraus.

Malte Spohr gilt als einer der wichtigen zeitgenössischen deutschen Zeichner, sein Werk ist in vielen bedeutenden Sammlungen präsent. Seine Arbeiten beruhen auf eigenen Fotografien, die für ihn die Funktion von Skizzen haben: Er reduziert die Aufnahmen am Rechner unter Negierung der Binnenzeichnung auf eine Grundstruktur aus hellen und dunklen Partien, die in ihrer Komplexität und ihrer Übersetzung ins Zeichnerische strukturelle Realität abbilden. In Spohrs Zeichnungen wird Landschaftliches erkundet, Licht- und Strukturphänomene wie Wolkenformationen, Wasserspiegelungen und Lichtreflexe werden transformiert, neu interpretiert und von einer flüchtigen Erscheinung zu einer andauernden Wirkung in der Zeichnung verdichtet. Die Informationen der aufgezeichneten Formen wandeln sich zu changierenden Energiefeldern. Sie suggerieren die Bewegung allen Lebens und öffnen in ihrer Konzentration den uns umgebenden unendlichen Raum.