Mensch? Mensch!

Museum Pfalzgalerie zeigt Bronzeplastiken aus eigenem Bestand

Unnahbar und betörend intim zugleich: Aristide Maillols Bronzeplastik „Frau mit Krabbe“

Ist das ein Mensch? Es gibt Kunstwerke, bei denen das Thema nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist. Erst bei näherem Hinsehen, wenn man die Arbeiten auf sich wirken lässt, erkennt man den Inhalt: Mensch! In dieses unerschöpfliche Thema bietet das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern bis 29. August mit einer Auswahl an Bronzeplastiken aus eigenem Bestand einen Einblick. Mit der Beschränkung auf die Präsentation plastischer Werke wird das Thema greifbar im doppelten Sinn: Regional wichtige wie international bedeutende Künstler, unter ihnen Aristide Maillol, Joannis Avramidis oder Karlheinz Goedtke, beleuchten mit ihren plastischen Darstellungen bestimmte Wesenheiten des Menschen. Form und Ausdruck werden lesbar und – dürfte man die Arbeiten in die Hand nehmen – zusätzlich auf diese Weise greifbar.

Unnahbar und dennoch betörend intim verwandelt Maillol einen hockenden Akt in das Bild eines gedanklich versunkenen und damit für unendliche Augenblicke entrückten Menschen. Durch formale Konzentration erhält der immer noch sinnliche Körper eine besondere Monumentalität, die die Figur, so klein sie auch ist, zu einem Monument der Weiblichkeit erhebt. Karlheinz Goedtke reduziert seine Murmelspielerin ebenfalls formal. Doch gezieltes Aufbrechen der geschlossenen Form durch einen nur mit Zehenspitzen aufgesetzten Fuß zaubert eine anmutige Leichtigkeit und Verspieltheit. Die Gegenüberstellung von solchen figürlichen und andererseits abstrakten Arbeiten, wie Avramidis‘ organischer Säule „Mensch-Baum-Torso", erzeugt ein Spannungsfeld, das zu genauer Betrachtung verführen möchte.

Das Spektrum bleibt weit, denn die Verschiedenartigkeit der Werke bietet einen besonderen Reiz. Das Auge wird verführt und entdeckt durch die Zusammenstellung gegensätzlicher Werke diese neu. Die Arbeiten werfen ein Schlaglicht auf Aspekte menschlichen Seins. Die Vielfalt der 13 ausgestellten Werke lädt ein, sie zu reflektieren oder – wo es um gemütliches Räkeln geht – auch zu beschmunzeln. Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Museumsplatz 1, ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und dienstags von 11 bis 20 Uhr geöffnet.