Milchpreis macht Erzeugern zu schaffen

Vieh- und Fleischtag im Hofgut Neumühle findet große Resonanz

120 Meter lange und fast 40 Meter breite Hallenkonstruktion aus Stahl: Bezirkstagsvize Manfred Petry (rechts) und Dr. Karl Landfried (links) zeigen Gastredner Franz-Josef Möllers den neuen Milchviehstall

Auf große Resonanz stieß wieder der Vieh- und Fleischtag Rheinland-Pfalz im Hofgut Neumühle bei Münchweiler an der Alsenz, der sich im Laufe der vergangenen 16 Jahre zu einem wichtigen Informationsforum für die Tier haltenden Landwirte entwickelt hat. Im Mittelpunkt der Eröffnung standen die Erzeugerpreise, die im Februar einen Tiefststand erreicht hatten, es war sogar von einem „Tal der Tränen" die Rede. Gastredner Franz-Josef Möllers, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands, machte in seinem Vortrag auch die Spannweite des Landwirtschaftsmarkts deutlich: Dem Preisverfall stehe gegenüber, dass die Ernährungswirtschaft beim Export große Erfolge erzielt habe. So seien 2008 56 Milliarden Euro, elf Milliarden Euro mehr als im Vorjahr, erwirtschaftet worden, und zwar fast ausschließlich mit Fleisch und Milch. Allerdings müssten sich die Landwirte darauf einstellen, dass die Preise in Zukunft stärker als bisher rauf und runter gingen. Gegenüber dem Rindfleischpreis, der für die Erzeuger „gegenwärtig auskömmlich" sei, gebe es beim Schweinefleischpreis noch keine Entspannung, insbesondere der Milchpreis sei für die Bauern „unteriridisch": „Damit kann kein Erzeuger leben", stellte Möllers fest.

„Bei der Globalisierung ist Chancengleichheit nicht gegeben", sagte Norbert Schindler, Präsident der Landwirtschaftskammer und des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, „denn es gibt unterschiedliche Erzeugerstandards in den Ländern." Hier seien faire Rahmenbedingungen vonnöten. Angesichts ständig wachsender Betriebsgrößen stünden die Landwirte, die immer mehr zu Unternehmern werden würden, vor neuen Herausforderungen. Er lobte das Hofgut Neumühle; der Berufsstand sei stolz auf diese Einrichtung des Bezirksverbands Pfalz. Bezirkstagsvize Manfred Petry stellte kurz den im Bau befindlichen neuen Milchviehstall vor, der ab Sommer 150 Milchkühen und ihrer Nachzucht, also doppelt so vielen wie bisher, moderne und tiergerechte Bedingungen biete. Er ermögliche es, praxisrelevante Versuche effektiv durchzuführen und die Ausbildung des landwirtschaftlichen Nachwuchses zu optimieren. „Damit trägt das Hofgut Neumühle mit zur Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe bei", so Petry. Neumühle-Leiter Dr. Karl Landfried ergänzte, dass das Hofgut als Standort für die überbetriebliche Ausbildung jährlich etwa 80 Schüler qualifiziere. Zusammen mit den Projekttagen und -wochen sowie den verschiedenen Fortbildungsveranstaltungen erreiche es jährlich rund 2.800 Teilnehmer. Nach der Eröffnung des Vieh- und Fleischtags konnten sich die Teilnehmer in den Bereichen Milchviehhaltung und Schweinehaltung sowie über die Chancen der ökologischen Tierhaltung informieren und miteinander diskutieren.