Otto Dix als begehrter und gefürchteter Porträtmaler

Bild des Monats im mpk

Studie zum berühmten Bildnis, das 1927 entstand: Otto Dix‘ Vorzeichnung von „Bankier Dr. jur. Kurt Arnhold“ (Foto mpk © VG Bild-Kunst, Bonn 2018)

Beim „Bild des Monats“ geht es am Samstag, 7. April, um 15 Uhr, im Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern (mpk), Museumsplatz 1, um Otto Dix. Das Bildnis des Bankiers und Kunstmäzens Dr. Kurt Arnhold gehört in die Reihe der wichtigsten Auftragswerke von bürgerlichen Kunstsammlern, die der Maler in den 1920er Jahren schuf. Mit psychologischem Gespür und altmeisterlicher Perfektion erfasst der Künstler Arnholds Persönlichkeit. Die tiefgreifende Charakterzeichnung paart sich mit einem schonungslosen Realismus, weshalb Otto Dix in Berlin nicht nur ein begehrter, sondern auch gefürchteter Porträtmaler seiner Zeit war. Neben dem Gemälde besitzt das mpk auch eine nach dem Modell angefertigte Vorzeichnung, die die künstlerische Arbeitsweise veranschaulicht. Diese steht im Mittelpunkt der Bildbetrachtung mit Dr. Claudia Gross.

Otto Dix wurde 1891 in Thüringen geboren und besuchte nach einer Lehre als Dekorationsmaler die Kunstgewerbeschule in Dresden bis 1922, unterbrochen von seinem Kriegseinsatz 1914 bis 1918. Seine Erlebnisse als Frontsoldat hielt er in zahlreichen realistisch kritischen Zeichnungen fest, die für seine künstlerische Entwicklung maßgeblich waren. Nach einigen Studienjahren an der Düsseldorfer Akademie und Reisen nach Italien, ließ sich Otto Dix als freischaffender Künstler in Berlin nieder. Von 1927 an unterrichtete er an der Dresdner Akademie. Als führender Vertreter der Neuen Sachlichkeit war er der künstlerischen Avantgarde zuzurechnen. Seine Technik, seine malerische Perfektion und präzise Darstellungsweise entsprachen jedoch durchaus auch den wertkonservativen Grundsätzen, die der Familie Arnhold als Auftraggeber wichtig waren. Anschließend laden die Freunde des mpk zu kostenfreiem Kaffee und Kuchen ein. Bei einmaliger Aussicht auf die Stadt kann so weiterdiskutiert werden.