Vorstellung der Nominierten für die Pfalzpreise in Musik, Bildene Kunst und Medienpreis 2018

Nominiert für den Pfalzpreis für Bildende Kunst/Sparte Malerei

Hauptpreis

Heike Negenborn

Heike Negenborn_Atelieransicht (Fotografie©Beate Vogt-Gladigau)
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Heike Negenborn_Geo-Scape 1, 2016, Tinte, Kreide, Kohlestift auf Büttenpapier, 60 x 96 cm (Fotografie©Heike Negenborn)

Heike Negenborn, geboren 1964 in Bad Neuenahr-Ahrweiler, lebt und arbeitet hauptberuflich als freie bildende Künstlerin in den Bereichen Malerei und Druckgrafik in Deutschland und Frankreich. Während ihrer 30-jährigen hauptberuflichen Tätigkeit als freie bildende Künstlerin im Bereich Malerei hat sich Heike Negenborn innovative Ansätze und ein authentisches Repertoire für die Darstellung landschaftlicher Räume, vor allem in der Kulturlandschaft der Südpfalz, erarbeitet. Seit 2005 stellt sie ihre Landschaftsbilder regelmäßig in verschiedenen Museen, Galerien und Kunstvereinen in der Pfalz aus. Ihre eingereichten Werke „Net-Scapes 2 und 3 – Landschaften im Wandel“ beziehen sich auf den historisch bedeutsamen, gleichsam klassischen Internetbrowser „Netscape Navigator“ und die Variationsmöglichkeiten von Landschaft aus dem Englischen „scape“ von „landscape“, „cloudscape“, „seascape“ und so weiter. In diesen Bildern wird die Landschaft zu Staffage und wird als Konstrukt dargestellt. Sie ist nicht die ursprüngliche naturbelassene, sondern eine Kulturlandschaft, die ihre Gestalt nicht den Naturgewalten, sondern der rationalen menschlichen Planung verdankt. Echte Naturlandschaften sind rar und möchte man sie erhalten oder gar zurückgewinnen, bedarf es in Zukunft noch umfassenderer Planung. Die Wolken, Metaphern einer unberührten, analogen, autonomen Realität, bilden das kraftvolle Gegengewicht.

 

Rainer Steve Kaufmann

Rainer Steve Kaufmann
Portrait: Rainer Steve Kaufmann (Fotografin: Nina Kraml-Kaufmann)
Freisitz
„Freisitz“ (Fotograf: Rainer S. Kaufmann)

Der 1979 in Kaiserslautern geborene Rainer Steve Kaufmann studierte von 1999 bis 2008 Bildende Kunst und Anglistik an der Universität Koblenz-Landau. Danach arbeitete er als Kunstpädagoge an der Integrierten Gesamtschule Frankenthal, war Lehrbeauftragter für Fotografie und digitale Bildbearbeitung an dieser Universität und begab sich von 2015 bis 2017 auf Performance Touren (Ton und Malerei) in Großbritannien (Nottingham, Leeds, Lincoln, Sheffield, London, Glasgow), der Schweiz (Biel) und inDeutschland. 2017 kehrte er als Vollzeitdozent für Zeichnung, Malerei, Fotografie und Medienkunst an die Universität Koblenz-Landau, Campus Landau, zurück. Kaufmann zeigt in seinen großformatigen  Arbeiten die Lebenswirklichkeit junger Menschen, die sich im Gespräch oder auch im stillen Miteinander mit existenziellen Themen auseinanderzusetzen scheinen. Das aktuelle Menschenbild, auch in modischem Habitus und szenegerechter Ausprägung springt ins Auge und schärft den Blick für unsere Realität.

Regina Reim

Portrait
Portrait: Regina Reim (Fotografie© Regina Reim)
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Cosmic Business (Fotografie© Regina Reim )

Regina Reim, geboren 1965 in Dahn, studierte von 1988 bis 1992 freie Malerei an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Bereits während des Studiums entschied sie sich für die abstrakte Malerei. Regina Reim lebt seit 2001 in Speyer Ihre beiden Werke stammen aus der Bild-Serie „Cosmic Business“. Der Kosmos ist nach Reims Vorstellung voller Möglichkeiten und Ereignisse. Sie sieht ihre Arbeit als Analogie zur „Naturschöpfung“, als ihren ganz individuellen Weg der Entdeckungen und daraus gewonnenen Erkenntnissen. Es ist zugleich die Suche nach Gemeinsamkeiten in der Musik, dem Tanz und in der Bildenden Kunst. Ihr Werk ist gestische, dynamische Malerei, die in einem auch farblich beeindruckenden Wurf gestaltet ist. Beeindruckend ist Reims technische Umsetzung: Sie verschließt ihre Malerei unter Folie, schneidet die Umrisse mit dem Skalpell aus und appliziert ihre Objekte auf eine Leinwand. Dadurch gehen die Motive eine neue, räumlich betonte Verbindung ein.

Nachwuchspreis

Maria Trezinski

Portrait: Maria Trezinski
MARIA TREZINSKI-FEUERWANZE, ÖL- UND SPRÜHFARBE AUF LEINWAND, 2017​l Inbal

Maria Trezinski, Jahrgang 1994, ist die neue Stipendiatin im Künstlerhaus Meinersen. Sie hat ein Jahresstipendium erhalten, gefördert durch die Gemeinde und die Samtgemeinde (Gemeindeverband in Niedersachsen). Ihr künstlerischer Arbeitsschwerpunkt ist die Malerei. Die Künstlerin hat an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig studiert und arbeitet seit März an neuen Werken für eine Ausstellung. Bei der Umsetzung der Feuerwanze entschied sie sich für eine sehr körperliche Malerei mit wuchtiger, gestischer Pinselführung auf einer großformatigen Leinwand (200 mal 140 Zentimeter). Mithilfe der Malerei macht sie die Oberflächenstruktur des Käferpanzers erfahrbar. Durch ein Wechselspiel von konzentriert gemalten, naturalistisch anmutenden Anteilen im Bild sowie unscharf wirkenden Sprühflaschen versuchte sie, das Dargestellte malerisch zu durchdringen und eine Ambivalenz zwischen der ansprechend gemalten Oberfläche und dem von den meisten Personen als eklig empfundenen Wesen des Käfers zu schaffen.

Kim Britt Eigenberger

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Portrait mit ihrer Arbeit „Time is in X“, 2018 (Foto: Christian Dammert)
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Grids, 2017 (Foto: Christian Dammert)

Kim-Britt Eigenberger ist ein ganz besonderes künstlerisches Temperament: Es ist gegenstandslose Malerei, der Konkretion nahe stehend, die sie in eigenwillig schöner Farbigkeit vorträgt. Die in der Pfalz lebende Künstlerin war ursprünglich Balletttänzerin, bevor sie sich mit Malerei und Fotografie beschäftigte. Die tänzerischen Wurzeln sind in ihren geradezu choreografierten Arbeiten unverkennbar. Sie spiegeln sich in den Bewegungen der Kamera und der Farben. Eigenbergers Stil zeichnet sich durch die Verschmelzung der Grenzen zwischen Fotografie und Malerei aus und zeigt somit, dass Fotografie etwas völlig anderes sein kann als ein Abbild der Wirklichkeit. Ihre Methodik ist ausdrucksstark, bewegt und strahlend. Die Farben fließen über die Untergründe, mal mit stumpfen, mal mit glänzenden Oberflächen. Dickflüssige Farben bewegen sich langsamer als verdünnte. Viele Schichten über- und untereinander bewirken ein dreidimensionales Bild.

 

Nominiert für den Medienpreis Pfalz

Hauptpreis

Hans-Günther Clev

Bild 1 - Clev
Portrait: Hans-Günther Clev (Bildnachweis: ZRW / Benjamin Hörle)
Bild 2
Die früheren Postkarten wiesen – ähnlich wie der digitale Bierdeckel – auch auf verschiedene Sehenswürdigkeiten aus der Region hin. Und die Pfalz war über den Löwen als Wappentier das verbindende Element. (Verlag unbekannt)

Was haben landschaftliche Schönheit, Geselligkeit und technologische Kompetenz gemeinsam? Richtig: einen Bierdeckel. Er beweist nämlich, dass die Westpfalz all dies vereint. Dieser Bierdeckel formt mit seiner Übergröße und den geschwungenen Kanten die Silhouette der Westpfalz nach. Auf der abgedruckten Karte sind die größten Orte, Flüsse, Wälder und Verkehrswege als Orientierungshilfe zu sehen. Wird die Westpfalz-Karte auf der Vorderseite des Bierdeckels nun mittels der „Westpfalz Bierdeckel“-App gescannt, so werden virtuelle 3D-Objekte ausgewählter regionaler Highlights offenbart, die im nächsten Schritt erkundet werden können. Tippt der User eines der Highlights an, erwartet ihn neben einem erklärenden Text ein Videoclip zum jeweiligen Objekt. Die musikuntermalten Filmaufnahmen spiegeln dabei die Vielfalt der Region wider.

Michael Dostal

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Portrait: Michael Dostal
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Titelbild einer Auflage der Zeitschrift VielPfalz

Das alle zwei Monate erscheinende Genießer-Magazin VielPfalz mit angeschlossenem Internetportal www.vielpfalz.de ist für alle, die noch mehr Pfalz entdecken und erleben wollen. Neben dem zweimonatig erscheinenden hochwertigen Print-Magazin besticht vor allem das Internetportal durch seine gute Machart: Erkennbar auf mobile Anwendungen optimiert, ist das Portal vor allem auch auf dem Smartphone leicht und komfortabel bedienbar. Internetportal wie Zeitschrift bestechen on- wie offline durch eine starke Bildsprache und interessante regionale Informationen: Hervorragende Weine, frische und regionale Produkte und kreative Küche werden genauso vorgestellt wie die reizvolle Pfälzer Landschaft, interessante Menschen und gute Ideen. Auch liefert das Portal eine Vielzahl von Terminen rund um den Genuss in der Pfalz – bei Winzern, Gastronomen oder Festen. Michael Dostal und seine Mitarbeiter bringen mit ihrer Publikation dem Leser ein genussvolles Stück Pfalz nahe.

Andreas Ganter

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Portrait: Andreas Ganter
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Akten aus dem Landesarchiv Speyer, die Grundlage der Recherche waren

Der Autor greift eine historische Recherche auf über die Nazi-Vergangenheit Hans Woelbings, des langjährigen Leiters der „Bibliotheca Bipontina“ in Zweibrücken. Er ergänzt sie entscheidend um eigene Recherchen. So legt er ein wichtiges Kapitel der Zweibrücker Stadtgeschichte offen. Woelbing war in den 1930er Jahren als Nazi in Dortmund aktiv und kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Zweibrücken. Wie viele andere verschwieg er seine Vergangenheit. Die Besonderheit im Fall Woelbing liegt darin, dass er vorher zunächst eine treibende Kraft bei der Bücherverbrennung in Dortmund war und sich nach dem Zweiten Weltkrieg mit voller Hingabe dem Ausbau und Erhalt einer Bibliothek widmete. In den Artikeln hat Ganter bewusst auf eine Kommentierung in der Berichterstattung verzichtet. Die historischen Fakten sollten im Mittelpunkt stehen und für sich sprechen.

Für die Artikel vertiefte Ganter die Recherchen von Professor Hans Bohrmann, der zuerst auf die Geschichte Woelbings aufmerksam wurde. Die Recherchen erbrachten neue Erkenntnisse und konnten manche Thesen von Professor Bohrmann widerlegen.

Julia Melan

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Portrait: Julia Melan

Die Filmproduktion ist eine außerordentlich wertvolle und mutige Beschäftigung mit einer sensiblen Episode der jüngeren pfälzischen Geschichte. Die Ergebnisse einer fundierten, umfassenden, exakten und faktenreichen Recherche bilden das Gerüst der Fernsehsendung. Für die dramaturgisch sehr geschickt erzählte Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte der Deutschen Weinstraße – von der Nazivergangenheit bis in die weinlaunige Gegenwart – hat die aus Wachenheim stammende Autorin Julia Melan den nicht einfachen Spagat geschafft, einen Blick auf die eigene Heimat zu werfen, der gleichermaßen kritisch distanziert wie auch emotional zugewandt ist. Unterstützt wurde Melan von dem Cutter Roland Burchard und dem Kameramann Winfried Kucharski, die zum Gelingen des Films einen entscheidenden Anteil beigetragen haben.

Bernd Schmitt

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Portrait: Bernd Schmitt

In den 1950er Jahren kommt mit den US-Soldaten der amerikanische Lebensstil in die Pfalz. Bernd Schmitt beleuchtet die jahrzehntelange Beziehung der Pfälzer zu den Amerikaner mit ihren positiven (zum Beispiel ihre Musik, die Flugtage, Geschäftsleben) und negativen Aspekten. In seinem Film werden die wichtigsten Meilensteine der Geschichte der Amerikaner in der Pfalz identifiziert, fundiert recherchiert und dann fesselnd, abwechslungsreich und dokumentarisch äußert wertvoll zu einem modern erzählten filmischen Werk zusammengefügt. Der aus Kaiserslautern stammende Autor Bernd Schmitt, schafft einen Spannungsbogen vom Kriegsende bis in die aktuelle Zeit und er lässt dabei den kleinen Freuden des Zusammenlebens von Pfälzern und Amerikanern ebenso ihren Platz wie den Schrecken und Katastrophen, die die Menschen, unabhängig von ihrer Nationalität, zusammengebracht haben.    
Schmitt  hatte die Idee zum Film vor fast zwei Jahrzehnten – plötzlich gab es beim SWR einen Sendeplatz, der perfekt darauf passte. Umgesetzt hat er den Film mit der Hilfe herausragender Protagonisten, die vieles seit den 1950er Jahren miterlebt haben und aus eigenem Erleben glaubwürdig und authentisch erzählen konnten. Am 30.Juli 2017 wurde der 45 Minuten lange Film im SWR ausgestrahlt. Den Film „Leben auf dem Pulverfass – Die Geschichte der Amerikaner in der Pfalz“finden Sie in der SWR-Mediathek: https://www.swr.de/geschichte/leben-auf-dem-pulverfass-die-geschichte-der-amerikaner-in-der-pfalz/-/id=100754/did=19733504/nid=100754/8aa9p5/index.html

Nachwuchspreis

Maurice Kuhn

Portrait Maurice Kuhn
Portrait: Maurice Kuhn
Bild von der interaktiven Web-Dokumentation

Maurice Kuhn, Jahrgang 1998, hat sich mit einem jüdischen Schicksal auseinandergesetzt: „Das gewonnene Menschenleben“ – Max Diamant: Stationen in seinem Leben. So lautet der Titel einer interaktiven Web-Dokumentation, die sich auf die Zeit von 1933 bis 1942 fokussiert. Erzählt wird chronologisch in fünf Abschnitten. Der 20-jährige Autor dokumentiert dabei das Leben des jüdischen Bürgers Max Diamant, der 1933 vor den Nazis aus seinem Wohnort Ludwigshafen flüchtete und zum Widerstandskämpfer wurde. Die fesselnde und professionell gestaltete Multimedia-Story hat eine „Pinnwand“ zum Lesen und dazu Audio- und Videosequenzen. Inspiriert wurde Maurice Kuhn von der Frage, wie wir es schaffen, durch Online-Medien mehr Menschen mit der Gedenkarbeit zu erreichen. Doch auch die Person Max Diamant übte aufgrund seiner facettenreichen und spannenden Biografie große Strahlkraft aus. Die Geschichte eines Menschen, der durch den halben Kontinent reiste und floh, um in den dunkelsten Stunden den Widerstand voranzutreiben und Menschen zur Flucht zu verhelfen, lässt einen nicht kalt.

Janina Croissant

Eine Winterwanderung im Pfälzerwald.

Janina Croissant, Jahrgang 1983, stammt aus Herxheim bei Landau und ist mit dem Pfälzerwald vor der Haustür aufgewachsen. Auf ihrem Blog wandercroissant.com stellt sie ihre Wanderungen vor und macht diese kostenfrei für jeden zugänglich, inklusive GPS-Track zum einfachen Nachwandern. Die freiberufliche Pfälzer Journalistin und der begeisterte Hobby-Wandervogel zeigt Wanderwege unter anderem im Gebiet der Südpfalz auf. Sie schildert in Text und Bild Besonderheiten der Südpfalz, beschreibt die zu wandernden Strecken und ihre Schwierigkeitsgrade, informiert dabei über Historisches oder geografische Auffälligkeiten, die einem am Wegesrand begegnen können, gibt Tipps für Einkehrmöglichkeiten und bringt so auf gefällig und interessant geschriebene und gleichzeitig erkennbar sachkundige Art und Weise dem Leser ein Stück Pfalz nahe.

Nominiert für den Pfalzpreis für Musik

Hauptpreis

Professor Sidney Corbett

Portrait: Sidney Corbett
Bild aus der Oper "San Paolo"

Der amerikanische Komponist Sidney Corbett, geboren 1960 in Chicago, studierte Musik und Philosophie an der University of California, San Diego, der Yale University, wo er 1989 promovierte, sowie 1985 bis 1988 an der Hamburger Musikhochschule bei György Ligeti. Seit 2006 ist Corbett Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Mannheim und Leiter des dortigen Forums für Neue Musik. Corbett versetzt die Lebensgeschichte des Apostels Paulus mit der Figur des Paolo in die Mitte des 20. Jahrhunderts und lässt so auf intensive und faszinierende Weise deutlich werden, welche humanistische und politisch-moralische Sprengkraft das entstehende Christentum enthielt und welche Aktualität darin bis heute verborgen liegt.

Marc-Aurel Flores

Marc-Aurel Flores am Klavier

Marc-Aurel Floros, ausgebildeter Pianist und Komponist, wurde in Hamburg geboren und studierte Komposition und Klavier an der Musikhochschule Lübeck. Es folgten Studienaufenthalte in Paris und New York. Floros entschied sich später gegen eine Karriere als Konzertpianist, um sich ganz der Komposition zu widmen. Er schreibt Musik für alle Gattungen und Besetzungen mit Schwerpunkt auf die große Form (Orchesterwerke und Opern). Anlässlich des Luther-Jahrs 2017 und zum Jubiläum 200 Jahre Pfälzer Kirchenunion 2018 entstand die Orchesterphantasie „Luther“. Das Werk des Kölner Komponisten ist eine Auftragskomposition der Stadt Kaiserslautern. Die Uraufführung fand am 12. Januar 2018 beim Sinfoniekonzert des Orchesters des Pfalztheaters in der Fruchthalle unter der musikalischen Leitung von Andreas Hotz statt. Floros hat zahlreiche historische Dokumentationen über das Leben und die Persönlichkeit Martin Luthers zu Rate gezogen, um sich zu seinem dramatischen, farbigen Werk inspirieren zu lassen.

Alexander Muno

Portrait: Alexander Muno
Ein Bühnenfoto zu „Sogno d'un mattino di primavera; Landestheater Detmold

Alexander Muno, geboren 1979 in Saarburg, besuchte in den Jahren 1999 und 2000 zwei Semester lang die Analyseseminare von Prof. Theo Brandmüller an der Hochschule des Saarlandes für Musik und Theater in Saarbrücken. Im Oktober 2000 nahm er ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik in Würzburg auf, wo er in der Meisterklasse von Professor Heinz Winbeck studierte; daneben studierte er  Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der Bayerischen Julius-Maximilians-Universität in Würzburg. Auftragswerke entstanden unter anderem für das Festival young.euro.classic / Europäischer Musiksommer Berlin, den Heidelberger Frühling, die Kasseler Musiktage, den Kissinger Sommer, die Bayerische Staatsoper München, das Theater Heidelberg, das Landestheater Detmold, das Orchester der Deutschen Oper Berlin, das Berkeley Symphony Orchestra und für das Philharmonische Staatsorchester Hamburg.

Haupt & Nachwuchspreis

Philipp Bölk

Portrait: Philipp Bölk
Titelbild des Werkes "Der Baum Alptraum"

Philipp Bölk, geboren 1987, wuchs in einer musikalischen Familie auf. Bereits im Alter von fünf Jahren begann er Trompete zu spielen und wurde durch Vater und Geschwister früh mit Kammermusik konfrontiert.  Er genoss eine umfangreiche musikalische Ausbildung am  staatlichen Musikgymnasium Schloss Belvedere in Weimar und studierte Trompete an den Hochschulen für Musik in Detmold und Karlsruhe. Fasziniert von der Klangsprache der Musik in Kombination mit Text und Bild, begann er mit der Komposition und Orchestrierung des musikalischen Märchens der „Baum Alp Traum“. Im Mittelpunkt steht eine kleine verkümmerte Fichte, die von ihren Artgenossen gehänselt wird und fürchtet, als Feuerholz in einem Ofen zu enden. Aber eine ganz besondere Zukunft steht ihr bevor. Sie wird zu einem Alphorn verarbeitet. Nachdem die erste Fassung des Werkes in der Form für Blechbläser-Ensemble, Alphörner und Sprecher sehr gut beim Publikum ankam, wurde eine CD-Produktion des Werkes mit den Illustrationen als Kinderbilderbuch im Eigenverlag herausgegeben. Um sein musikalisches Märchen einem größeren Publikum zugänglich zu machen, entschloss sich Bölk, das Werk zu orchestrieren. Das Ergebnis wurde am 29. November 2017 mit dem Orchester des Pfalztheaters in der Fruchthalle Kaiserslautern uraufgeführt.

Nachwuchspreis

Jonas Klamroth und Lea Siegfried

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Portrait: Lea Siegfried
Portrait: Jonas Klamroth

Der Stoff ist bühnenreif. Martin Luther hämmert 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg. Mit einem Hammerschlag 1517 beginnt die Reformation. Das Bild hat sich eingeprägt. Ein Mönch gegen den Rest der Welt, die er kräftig mit verändert hat. Dabei war er in seiner Art nicht weit vom Rockstar entfernt. Luther war leidenschaftlich, wortgewaltig, wütend, ungerecht: „Ein Mensch zwischen Gott und Teufel.“ (www.evkirchepfalz.de). Das Rockmusical zu Luther entstand in seiner jetzigen Form im Jahr 2016 und wurde im April 2017 als Höhepunkt der 500-Jahr-Feier zur Reformation in Zusammenarbeit mit der Landeskirche Pfalz aufgeführt. Die ursprüngliche Idee entstand bereits 2009 in Peru. Dort lernten sich Jonas Klamroth und Lea Siegfried während eines Schüleraustauschs kennen. Jonas Klamroth hatte bereits einige Lieder geschrieben und stellte Lea Siegfried seine Ideen vor. Fasziniert von der historischen Figur Luther sowie von den zeitlichen Umständen beschlossen sie, weiter daran zu arbeiten. „Wir wollten ein lebendiges und nachvollziehbares Stück schreiben, das die damalige Zeit mit ihren Problemen und Chancen in einen Zusammenhang mit unserer bringt.“

Benjamin Scheuer

Portrait: Benjamin Scheuer
08.08.14 Hannover: Notfallkonzert Erneuerbare Energie auf dem Opernplatz

Benjamin Scheuer wurde 1987 bei Hamburg geboren. Von 2006 bis 2011 absolvierte er den Diplomstudiengang Komposition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Fredrik Schwenk, es folgte ein Aufbaustudium bei Wolfgang Rihm an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Derzeit promoviert er an der Musikhochschule Freiburg über zeitgenössisches Musiktheater. In Scheuers Zyklus der „Impulsiven Lieder“ steht die menschliche Stimme im Vordergrund, eingebettet in das Spannungsfeld zwischen Improvisation und exakt determinierten musikalischen Ideen. Als Konstruktionsprinzip hat er die Technik der „Überzeichnung“ angewandt: Mittels verschiedenster Überschreibungs- und Imitationsprozesse wurde so die Aneignung und Neunutzung von Material möglich. Flüchtige Gedankenimpulse erscheinen gewissermaßen „schockgefroren“ und in Mustern angeordnet. Auf diese Art soll Spontaneität festgehalten und in eine festgefügte Form gebracht werden.

Friedrich Stockmeier

Portrait: Friedrich Stockmeier
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Friedrich Stockmeier, geboren 1988 in Baden, aufgewachsen in der Schweiz, Kalifornien und Deutschland, studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim bei Professor Dr. Sidney Corbett und Professor Philipp Ludwig Stangl Komposition und Neue Medien. Er ist als Komponist und Autor tätig und lebt in München. Der Titel „RRR II“ ist eine Referenz auf eine Werkgruppe, die mit dem Trio für Flöte, Klarinette und Klavier „Riss Rille Rinne“ im Jahr 2016 begonnen wurde. „Riss Rille Rinne“ ist eine persönliche Betitelung des eigenen biografischen Verhältnisses zur Heimat (aufgewachsen in der Schweiz, in Kalifornien und Deutschland – mit einigen Zwischenstationen). „RRR II“, entstanden zwischen München und der Pfalz, setzt unter anderem eben diese Gedankengänge zum biografischen Verhältnis zur Heimat fort. Die Komposition „RRR II“ ist ein Stück in der Besetzung A-Klarinette, Synthesizer und Klavier (mit Toypiano) für drei Spieler. Dabei kommt der Klarinette eine solistische Rolle zu. Das Stück wurde im Juni 2018 von Laura Kettenring an der Klarinette, Alfredo De Vecchis am Synthesizer und Wataru Mukai am Klavier in Mannheim uraufgeführt