Sieben Nominierte für Medien- und Nachwuchspreis Pfalz

Preisträger werden bei Pfalzpreis-Gala bekannt gegeben

Spannender Moment: Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (links) ehrt den Medienpreisträger Pfalz 2015 Rolf Schlicher

Für die Vergabe des Medienpreises Pfalz hat sich eine mit Fachleuten besetzte Jury für fünf Nominierungen beim Hauptpreis und zwei Nominierungen beim Nachwuchspreis ausgesprochen. Dr. Hans-Günther Clev von der Zukunftsregion Westpfalz, Michael Dostal vom Magazin „VielPfalz“, Andreas Ganter von der „Rheinpfalz“, Julia Melan vom SWR-Studio Mainz und Bernd Schmitt vom SWR-Studio Kaiserslautern sind in die enge Wahl für den mit 10.000 Euro dotierten Medienpreis des Bezirksverbands Pfalz gekommen. Janina Croissant und Maurice Kuhn haben sich für den mit 2.500 Euro ausgeschriebenen Nachwuchspreis qualifiziert. Die beiden Preisträger werden im Rahmen einer öffentlichen Pfalzpreis-Gala am Sonntag, 25. November, um 18 Uhr im Pfalztheater Kaiserslautern bekannt gegeben.

Die innovative Idee von Dr. Hans-Günther Clev zu einem Hightech-Bierdeckel in Form der Westpfalz als auch ihre technische Umsetzung hat die Jury überzeugt, denn die Region wird auf diese Weise in Verbindung mit „augmented reality“ beworben, worunter man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung versteht. Mithilfe einer App werden virtuelle dreidimensionale Objekte ausgewählter Highlights beim Scannen des Bierdeckels auf einem mobilen Gerät sichtbar, die dann in einem Textfenster erläutert oder per Video erkundet werden können. Michael Dostal erwarb sich die Anerkennung des Preisgerichts mit seinem alle zwei Monate erscheinenden Genießer-Magazin „VielPfalz“ und dem angeschlossenen Internetportal www.vielpfalz.de für all jene, die noch mehr Pfalz entdecken und erleben wollen. Auf mobile Anwendungen optimiert, ist das Portal vor allem auch auf dem Smartphone leicht und komfortabel bedienbar. Es besticht on- wie offline durch eine starke Bildsprache und interessante regionale Informationen unter anderem zu Wein, Produkten, zur Landschaft, zu interessanten Menschen und guten Ideen.

Der „Rheinpfalz“-Redakteur Andreas Ganter hat in zahlreichen Zeitungsartikeln die Nazi-Vergangenheit von Hans Woelbing, dem langjährigen Leiter der „Bibliotheca Bipontina“ in Zweibrücken, aufgearbeitet. Eine historische Recherche aufgreifend ergänzte er diese entscheidend um eigene Recherchen und legte so ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte offen. In Zweibrücken entwickelte sich eine lebhafte öffentliche Diskussion darüber, was den Stadtrat veranlasste, die Geschichte Zweibrückens während des Nationalsozialismus aufzuarbeiten. Julia Melan, Redaktionsleiterin für Landeskunde, punktete mit ihrem 30-minütigen Fernsehbeitrag „Der Coup des Gauleiters – Die Geburt der Deutschen Weinstraße“ von 2015 als wertvolle und mutige Beschäftigung mit einer sensiblen Episode der pfälzischen Zeitgeschichte. Die Ergebnisse einer fundierten, umfassenden, exakten und faktenreichen Recherche bilden das Gerüst der Sendung, die einen gleichermaßen kritisch-distanzierten wie auch emotional zugewandt Blick auf die eigene Heimat zulässt. Die Jury würdigt Bernd Schmitt, Medienpreisträger von 2009, für seinen 45-minütigen Fernsehbeitrag „Leben auf dem Pulverfass. Die Geschichte der Amerikaner in der Pfalz“ (2017) als eine hervorragende zeitgeschichtliche Schilderung, die es schafft, internationale sowie nationale Geschehnisse und die daraus resultierenden politischen Entscheidungen und regionalen Ereignisse filmisch in einer Region zu spiegeln und einzuordnen. Die wichtigsten Meilensteine der Geschichte der Amerikaner in der Pfalz werden identifiziert, fundiert recherchiert und dann fesselnd, abwechslungsreich und dokumentarisch äußert wertvoll zusammengefügt.

Janina Croissant aus Heuchelheim-Klingen, Jahrgang 1983, ist freiberufliche Journalistin, die sich mit ihrem Wander-Blog www.wandercroissant.com für eine Nachwuchspreis-Nominierung qualifizieren konnte. Sie zeigt Wanderwege unter anderem im Gebiet der Südpfalz auf, schildert in Text und Bild gefällig und interessant Besonderheiten der Region, beschreibt die zu wandernden Strecken und ihre Schwierigkeitsgrade, informiert dabei über Historisches oder geografische Auffälligkeiten, die einem am Wegesrand begegnen können, und gibt Tipps für Einkehrmöglichkeiten. Maurice Kuhn aus Altrip, Jahrgang 1998, hat eine interaktive Web-Dokumentation mit dem Titel „Das gewonnene Menschenleben – Max Diamant“ (www.story.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de) erstellt und sich dem Leben eines jüdischen Bürgers von Ludwigshafen in einem erlebnisreichen, fesselnden und professionell gestalteten Medienmix genähert. Audio- und Videosequenzen beleuchten das Schicksal Max Diamants, der 1933 vor den Nazis aus seinem Wohnort Ludwigshafen flüchtete und zum Widerstandskämpfer wurde.

Der Jury unter Vorsitz des Bezirkstagsvorsitzenden Theo Wieder gehörten Michael Ackermann, Leiter der FilmCommission Nordbaden, der „Rheinpfalz“-Chefredakteur Michael Garthe, der Fotograf Bernhard Kunz, Gregor Mayer, Leiter der Phoenix-Online- und Videotext-Redaktion, und Patrik Sommer, Redaktionsleiter der Abteilung Regionale Information bei SWR Fernsehen in Mainz, an.