Verfolgung der Sinti und Roma

Jacques Delfeld zu Gast im Gedenkbeirat des Bezirksverbands Pfalz

Im Frank-Loebschen Haus in Landau: Jacques Delfeld (Dritter von rechts) und der Gedenkbeirat des Bezirksverbands Pfalz unter Vorsitz von Bernhard Kukatzki (Dritter von links)

Die Verfolgung der Pfälzer Sinti und Roma während der NS-Zeit war ein Schwerpunkt im Gedenkbeirat des Bezirksverbands Pfalz unter Vorsitz von Bernhard Kukatzki. Hierzu berichtete Jacques Delfeld, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Landesverbands Deutscher Sinti und Roma, im Frank-Loebschen Haus in Landau, wo sich das achtköpfige Gremium traf. Er stellte den Verband vor, der 1983 gegründet wurde, seinen Sitz in Landau hat und sich um den Abbau von rassistischen Vorurteilen kümmert. Delfeld erläuterte die Situation der Sinti und Roma zwischen 1933 und 1945; diese Opfergruppe sei aus rassistischen Gründen, aufgrund ihrer Geburt verfolgt worden. Man unterstellte ihnen kriminelle Eigenschaften, die genetisch vererbt werden würden. Um sie systematisch zu erfassen, sei eine „rassenhygienische Forschungsstelle“ gegründet worden. Die Kartei diente dazu, die erfassten Familien zu verhaften und in Konzentrationslager zu deportieren. Sie seien Folter, medizinischen Versuchen und Vernichtung ausgesetzt gewesen. Im Frank-Loebschen Haus sei bei seiner Eröffnung vor 30 Jahren auch ein Raum für die Sinti und Roma eingerichtet worden; die Ausstellung müsse allerdings nun neu gestaltet werden. Darüber hinaus dokumentiere das KZ Osthofen das Schicksal dieser Volksgruppe, die seit 600 Jahren in Europa beheimatet sei und sich eine eigene Sprache, das Romanes, bewahrt habe. Vor der Machtübernahme hätten sie oft im Militär gedient und seien christlichen Glaubens gewesen.

Ulrich Burkhart vom Zentralarchiv des Bezirksverbands Pfalz und Cornelius Conrad, der zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Regionalverband absolviert, gaben eine Rückschau auf das Anne Frank-Projekt und die Jugendgedenkfahrt nach Amsterdam; von den 26 Peer Guides, die Jugendliche durch die Ausstellung in Pirmasens geführt hätten, seien 14 mit in Amsterdam gewesen. Rund 1.700 Besucher hätten die Ausstellung besucht, davon 40 Schulklassen. 400 Besucher seien beim Rahmenprogramm, das Theater, Lesungen und Vorträge geboten hätte, gewesen. Das Projekt soll im kommenden Jahr in Ludwigshafen an der Anne-Frank-Realschule und am Theodor-Heuss-Gymnasium vom 6. bis 31. Mai noch einmal stattfinden.