Viele Gänsehautmomente, gerade auch im Anne Frank Haus

Jugendgedenkfahrt des Bezirksverbands Pfalz nach Amsterdam

Ausgangspunkt für Amsterdam: die Jugendgruppe vor der Jugendherberge in Heemskerk

„Es gab viele Gänsehautmomente, gerade auch im Anne Frank Haus“, sagte die 16-jährige Hannah, eine von 29 Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren aus der Südwestpfalz, die auf Einladung des Bezirksverbands Pfalz in Amsterdam auf den Spuren Anne Franks wandelten. „Das Programm war abwechslungsreich und kompakt“, meinte die 16-jährige Johanna; für alle war es „sehr interessant“, „lehrreich“ und „informativ“. Und Max, 18 Jahre alt, fand gut, dass die Gruppe auf der Rückfahrt noch das Kamp Amersfoort, ein polizeiliches Durchgangslager während der Besatzungszeit durch die deutschen NS-Schergen, besucht hat.

Die viertägige Fahrt führte die Schülerinnen und Schüler, zur Hälfte Peer Guides in der Pirmasenser Anne Frank-Ausstellung, vor allem nach Amsterdam, wo sie das jüdische Viertel kennenlernten und vieles über jüdisches Leben erfahren haben. Am ersten Tag in Amsterdam, an dem Anne Frank 89 Jahre alt geworden wäre, ging es vorbei am Auschwitz-Monument im Wertheim-Park, einer sechsteiligen zerbrochenen Spiegelfläche, ins nationale Holocaust-Museum mit der Hollandschen Schouwburg. Diese erklärten die Nationalsozialisten 1942 zum Sammelplatz für die zur Deportation vorgesehenen Juden. Nächste Station war die unweit entfernt liegende Portugiesische Synagoge, das größte der jüdischen Gotteshäuser, in der auch heute noch Gottesdienste stattfinden. Sodann besuchte die Gruppe das Jüdisch-Historische Museum, das die verschiedenen Aspekte der jüdischen Identität beleuchtet.

Bei einer Grachtenrundfahrt konnten die vielen Eindrücke und Informationen verarbeitet werden; auch bot sich ein erster Blick aufs Anne Frank Haus in der Prinsengracht 263, das am nächsten Tag besucht wurde. „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gestand die 15-jährige Angelina, als es anschließend durch das Vordergebäude, das das Museum beherbergt, und das Hinterhaus ging, in dem sich die acht Menschen mehr als zwei Jahre lang versteckt hielten. „Es war sehr, sehr, sehr interessant“, bekannte sie nach dem Rundgang, der die Enge und auch Bedrückungen verdeutlichte, obwohl es keine Möbel oder sonstigen Gegenstände mehr gibt. „Ich hätte es hier nicht so lange ausgehalten, ohne durchzudrehen“, so ihr Kommentar. Für Franz, 17 Jahre alt, ist es gut, dass „man solche Fahrten organisiert“, um das politische Bewusstsein zu fördern. Geschichte ließ sich während der vier Tage emotional gut nachvollziehen, so die Meinung vieler. Und der Besuch der historischen Orte trug zur Veranschaulichung nachhaltig bei. Einen Blog zur Jugendgedenkfahrt gibt es unter www.bv-pfalz.de.